Etsy Gebühren 2026 – Vollständige Übersicht
| Gebührenart | Höhe | Basis | Wann fällig? |
|---|---|---|---|
| Einstellgebühr | 0,18 € | Pro Listing | Einstellen & Verlängerung (alle 4 Monate) |
| Transaktionsgebühr | 6,5% | Preis + Versand | Bei jedem Verkauf |
| Zahlungsbearbeitung | 4% + 0,30 € | Gesamtbetrag | Bei jedem Verkauf über Etsy Payments |
| Offsite Ads | 15% | Bestellwert inkl. Versand | Nur bei Verkauf durch externe Werbung |
| Währungsumrechnung | 2,5% | Gesamtbetrag | Wenn Shop-Währung ≠ Konto-Währung |
Stand: Oktober 2026 (etsy.com/de/payments, Etsy-Hilfe). Zahlungsbearbeitung = Etsy Payments für Shops mit Bankkonto in Deutschland. Einstellgebühr 0,20 USD (≈ 0,18 €). Für Verkäufer in der EU kann Etsy auf seine Gebühren zusätzlich Umsatzsteuer berechnen, sofern keine USt-IdNr. hinterlegt ist. Offsite Ads: 12% ab 10.000 $/Jahr Umsatz (dann Pflicht). Max. 100 $ pro Bestellung.
Etsy Gebühren 2026: Die wahren Kosten für Verkäufer
Etsy ist der weltweit größte Marktplatz für Handgemachtes, Vintage und kreative Produkte. Doch die Gebührenstruktur ist komplex: Es fallen mindestens drei verschiedene Gebühren pro Verkauf an – plus optionale Kosten für Offsite Ads. In Summe liegen die Gesamtkosten typischerweise zwischen 12% und 17%.
Die drei Hauptgebühren
Jeder Verkauf auf Etsy wird mit drei Gebühren belastet: Die Einstellgebühr (0,18 € pro Listing), die Transaktionsgebühr (6,5% auf Preis + Versand) und die Zahlungsbearbeitungsgebühr (4% + 0,30 € in Deutschland). Zusammen ergibt das mindestens 10,5% plus Fixkosten.
Offsite Ads: Pflicht oder freiwillig?
Etsy schaltet Werbung für Ihre Produkte auf Google, Facebook und Instagram. Wenn ein Käufer über diese Werbung innerhalb von 30 Tagen kauft, zahlen Sie 15 % des Bestellwerts (inklusive Versand, höchstens 100 USD pro Bestellung) als Werbegebühr. Hat ein Shop in einem 365-Tage-Zeitraum 10.000 USD Umsatz erreicht, sinkt die Rate dauerhaft auf 12 %, allerdings wird die Teilnahme dann verpflichtend.
Wie Sie die Kosten im Griff behalten
Kalkulieren Sie die Gebühren immer in Ihren Verkaufspreis ein. Bei einem Artikel für 30 € plus 5 € Versand behalten Sie nur ca. 31 € – also knapp 89%. Bei Offsite Ads kann der Erlös auf unter 75% fallen. Versandkosten kostenlos anzubieten klingt kundenfreundlich, aber Etsy berechnet auch darauf 6,5%.
Rechenbeispiele: Was bleibt von 10, 35 und 100 Euro?
Ein Artikel für 30 € mit 5 € Versand ergibt einen Gesamtbetrag von 35 €. Darauf fallen die Einstellgebühr von 0,18 €, die Transaktionsgebühr von 6,5 % (2,28 €) und die Zahlungsbearbeitung von 4 % + 0,30 € (1,70 €) an. Zusammen sind das rund 4,16 € oder 11,9 %, Ihnen bleiben etwa 30,84 €. Bei einem Artikel für 10 € mit 4 € Versand sind es 1,95 € (13,9 %), weil die festen Anteile von 0,18 € und 0,30 € bei kleinen Beträgen stärker ins Gewicht fallen.
Teure Artikel schneiden prozentual besser ab: Bei 100 € ohne Versand zahlen Sie 0,18 € + 6,50 € + 4,30 € = 10,98 €, also knapp 11 %. Kommt Offsite Ads hinzu, steigen die Kosten bei der 35-€-Bestellung um 5,25 € auf 9,41 € (26,9 %), und Ihnen bleiben nur noch rund 25,60 €. Der Rechner oben zeigt diese Unterschiede live, wenn Sie Preis, Versand und die Optionen verändern.
Offsite Ads genauer betrachtet
Die Werbegebühr fällt nur an, wenn ein Käufer nach einem Klick auf eine von Etsy geschaltete Anzeige innerhalb von 30 Tagen bei Ihnen kauft. Sie beträgt 15 % des Bestellwerts inklusive Versand, begrenzt auf höchstens 100 USD je Bestellung. Im Rechner ist diese Obergrenze mit rund 89 € umgesetzt, sodass bei sehr hochpreisigen Bestellungen nicht mehr als dieser Betrag berechnet wird. Eine Bestellung über 700 € würde rechnerisch 105 € kosten, wird aber bei 89 € gedeckelt.
Entscheidend ist die Umsatzschwelle: Hat Ihr Shop in einem Zeitraum von 365 Tagen 10.000 USD Umsatz erreicht, sinkt der Satz dauerhaft auf 12 %, die Teilnahme ist dann aber verpflichtend. Wer darunter liegt, kann Offsite Ads deaktivieren. Rechnen Sie beide Fälle durch, bevor Sie sich entscheiden: Bei knapper Marge können 15 % den gesamten Gewinn einer Bestellung aufzehren, bei hohen Margen bringt die Reichweite womöglich Käufer, die Sie sonst nie erreichen würden.
Rechtliche Pflichten für Etsy-Verkäufer in Deutschland
Wer regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht verkauft, betreibt ein Gewerbe und muss es beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Ein gelegentlicher Verkauf privater Gegenstände ist dagegen kein Gewerbe. Gewerbliche Verkäufer benötigen ein Impressum nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG), müssen Verbrauchern ein Widerrufsrecht von 14 Tagen nach § 355 BGB einräumen und über Versandkosten und Preise nach der Preisangabenverordnung informieren. Für nach Kundenspezifikation angefertigte Waren, etwa personalisierte Stücke, kann das Widerrufsrecht nach § 312g BGB ausgeschlossen sein.
Hinzu kommen steuerliche Aspekte. Kleinunternehmer nach § 19 UStG weisen keine Umsatzsteuer aus; die Grenzen liegen seit 2025 bei 25.000 € im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr. Plattformbetreiber wie Etsy müssen nach dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz die Daten von Verkäufern an das Bundeszentralamt für Steuern melden, sobald mehr als 30 Verkäufe oder mehr als 2.000 € Erlös im Jahr erreicht werden. Wer verpackte Ware versendet, muss sich außerdem nach dem Verpackungsgesetz im Verpackungsregister LUCID registrieren und sich an einem dualen System beteiligen.
So kalkulieren Sie Ihren Verkaufspreis mit Etsy-Gebühren
Gehen Sie vom Wunscherlös aus und rechnen Sie rückwärts. Möchten Sie 25 € netto behalten, brauchen Sie bei Zahlungen ohne Offsite Ads einen Gesamtbetrag von etwa 28,50 €: Von diesen 28,50 € gehen 0,18 € Einstellgebühr, 1,85 € Transaktionsgebühr und 1,44 € Zahlungsbearbeitung ab, es bleiben rund 25,03 €. Wer kostenlosen Versand anbietet, sollte den Versand in den Artikelpreis einpreisen, denn die Transaktionsgebühr fällt auf beides an. Überprüfen Sie Ihre Preise zudem nach jeder Gebührenänderung auf der Etsy-Gebührenseite.
Häufige Fragen zu Etsy Gebühren
Im Minimum ca. 10,5% plus 0,48 € Fixgebühren (6,5% Transaktion + 4% Zahlung + 0,30 € + 0,18 € Listing). Mit Offsite Ads können es (inkl. Währungsumrechnung) über 28 % werden. Der Durchschnitt liegt bei 12–17%.
Ein Listing kostet 0,18 € (0,20 USD) und ist 4 Monate lang aktiv. Nach Ablauf wird es automatisch verlängert (erneut 0,18 €). Bei einem Verkauf wird die Einstellgebühr ebenfalls erneut fällig für die automatische Verlängerung.
Nur wenn Ihr Jahresumsatz unter 10.000 $ liegt. Ab einem Umsatz von 10.000 $/Jahr wird die Teilnahme an Offsite Ads verpflichtend – allerdings sinkt die Gebühr dann von 15% auf 12%. Die maximale Gebühr pro Bestellung beträgt 100 $.
Ja. Die Transaktionsgebühr von 6,5% wird auf den Gesamtbetrag berechnet – also Artikelpreis plus Versandkosten. Auch die Zahlungsbearbeitung (4% + 0,30 €) bezieht sich auf den Gesamtbetrag inkl. Versand.
Bei 30 € Artikelpreis plus 5 € Versand zahlen Sie ohne Offsite Ads etwa 4,16 € (11,9 %): 0,18 € Einstellgebühr, 2,28 € Transaktionsgebühr und 1,70 € Zahlungsbearbeitung. Mit Offsite Ads kommen 5,25 € hinzu, insgesamt rund 9,41 €.
Wer regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht verkauft, betreibt ein Gewerbe und muss es anmelden. Maßgeblich ist das Gesamtbild, nicht allein die Umsatzhöhe. Im Zweifel fragen Sie beim Gewerbeamt oder bei einer Steuerberatung nach.
Nach dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz müssen Plattformbetreiber Verkäufer-Daten an das Bundeszentralamt für Steuern melden. Ausgenommen sind Verkäufer mit weniger als 30 Verkäufen und weniger als 2.000 € Erlös im Kalenderjahr. Unabhängig von der Meldung sind Sie selbst zur Angabe Ihrer Einkünfte verpflichtet.