Was ist ein Depot und warum brauche ich eines?
Ein Wertpapierdepot (kurz: Depot) ist ein Konto, auf dem Ihre Wertpapiere wie Aktien, ETFs, Anleihen und Fonds verwahrt werden. Ähnlich wie ein Girokonto für Ihr Bargeld ist das Depot der sichere Aufbewahrungsort für Ihre Investments. Ohne ein Depot können Sie in Deutschland keine Aktien oder ETFs kaufen.
Die Wahl des richtigen Depots kann über die Jahre Tausende von Euro an Kosten sparen. Ein Anleger, der monatlich 500€ in einen ETF-Sparplan investiert, zahlt bei einem teuren Broker schnell 50-100€ pro Jahr an Gebühren – bei einem günstigen Anbieter hingegen 0€.
Quick Tip: Kostenlos starten
Die meisten Neo-Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital bieten komplett kostenlose Depots ohne Grundgebühren. Perfekt für Einsteiger!
Die wichtigsten Funktionen eines Depots
- Verwahrung: Sichere Aufbewahrung Ihrer Wertpapiere
- Handel: Kauf und Verkauf von Aktien, ETFs, Fonds und mehr
- Sparpläne: Automatische, regelmäßige Investitionen
- Dividenden: Automatische Gutschrift von Ausschüttungen
- Steuerreporting: Jahressteuerbescheinigung für die Steuererklärung
In Deutschland sind alle Depots durch die Einlagensicherung bis 100.000€ für den Geldbestand geschützt. Die Wertpapiere selbst gehören Ihnen und sind als Sondervermögen auch bei einer Insolvenz des Brokers sicher.
Orderkosten im Vergleich – Die Infografik
Der größte Kostenfaktor beim Wertpapierhandel sind die Ordergebühren. Diese variieren je nach Broker erheblich. Unser Vergleich zeigt die Kosten pro Order bei einem typischen Handelsvolumen von 1.000€:
Orderkosten pro 1.000€ Order
Basis: 1.000€ Ordervolumen. Stand: Januar 2026. Ohne Börsenplatzgebühren.
Potenzielle Ersparnis
weniger Kosten durch Vergleich
Bei 10 Orders pro Jahr können Sie durch den günstigsten Anbieter bis zu 490€ sparen.
Achtung: Versteckte Kosten
Achten Sie nicht nur auf die Ordergebühren! Börsenplatzgebühren, Fremdkosten und Spread können die tatsächlichen Kosten deutlich erhöhen.
Welche Arten von Depots gibt es?
Der deutsche Markt bietet verschiedene Depot-Typen für unterschiedliche Anlegerprofile. Die Wahl hängt von Ihren Bedürfnissen, Ihrem Handelsvolumen und Ihren bevorzugten Anlagestrategien ab.
Depot-Typen im Überblick
| Typ | Beispiele | Kosten | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Neo-Broker | Trade Republic, Scalable | 0-1€/Order | Einsteiger, ETF-Sparer |
| Online-Broker | ING, comdirect, Consorsbank | 5-15€/Order | Anleger mit Beratungswunsch |
| Profi-Broker | CapTrader, LYNX | 2-6€/Order | Aktive Trader, Optionen |
| Filialbanken | Sparkasse, Volksbank | 25-50€/Order | Persönliche Beratung |
Neo-Broker (Trade Republic, Scalable Capital)
Neo-Broker sind moderne, meist App-basierte Broker mit minimalen Gebühren. Sie bieten 0€ Depotführung und Ordergebühren ab 0-1€. Ideal für kostenbewusste Anleger und ETF-Sparer. Einschränkung: Oft nur ein Handelsplatz verfügbar.
Trade Republic bietet über 10.000 Aktien und ETFs zum Handeln, kostenlose Sparpläne ab 1€ und Kryptowährungen. Die App ist intuitiv und für Einsteiger perfekt geeignet. Der Handel läuft ausschließlich über Lang & Schwarz (LS Exchange), was bei illiquiden Titeln zu größeren Spreads führen kann.
Scalable Capital bietet drei Modelle: Free (0,99€/Order), Prime (2,99€/Monat für unlimitierte Trades) und Prime+ (4,99€/Monat mit 2,3% Zinsen auf Guthaben). Für Vieltrader ist Prime oft günstiger als Trade Republic. Zusätzlich gibt es Robo-Advisor-Funktionen für die automatische Vermögensverwaltung.
Vorteile Neo-Broker
- ✓ Extrem günstige Ordergebühren (0-1€)
- ✓ Keine Depotführungsgebühren
- ✓ Kostenlose ETF-Sparpläne
- ✓ Mobile-First mit intuitiven Apps
- ✓ Schnelle Kontoeröffnung (VideoIdent)
Nachteile Neo-Broker
- ✗ Nur 1-2 Handelsplätze verfügbar
- ✗ Eingeschränkte Ordertypen
- ✗ Kein telefonischer Support
- ✗ Weniger Analyse-Tools
- ✗ Teils größere Spreads bei Nischentiteln
Online-Broker (comdirect, ING, Consorsbank)
Die etablierten Online-Broker bieten ein breites Produktangebot mit Zugang zu allen deutschen Börsen. Die Kosten liegen höher als bei Neo-Brokern, dafür gibt es persönlichen Kundenservice und oft ein Girokonto-Angebot.
Profi-Broker (CapTrader, LYNX)
Für aktive Trader und professionelle Anleger bieten diese Broker Zugang zu globalen Märkten, Optionen, Futures und marginierten Konten. Die Ordergebühren sind sehr niedrig, aber die Komplexität ist höher.
Worauf sollte ich bei der Depot-Wahl achten?
Bei der Auswahl des richtigen Depots sollten Sie mehrere Faktoren berücksichtigen. Die günstigsten Gebühren nützen nichts, wenn der Broker nicht zu Ihrer Anlagestrategie passt.
Spar-Tipp: Mehrere Depots nutzen
Es ist völlig legal und oft sinnvoll, mehrere Depots bei verschiedenen Brokern zu führen. So nutzen Sie die Stärken jedes Anbieters optimal aus.
Ordergebühren und Handelskosten
Die Ordergebühren sind der größte Kostenfaktor für aktive Trader. Sie bestehen meist aus einer Grundgebühr plus einem prozentualen Anteil vom Ordervolumen. Viele Neo-Broker bieten Flatrates von 0-1€ pro Order an.
Sparplan-Kosten
Für langfristige Anleger sind die Sparplan-Kosten entscheidend. Die meisten modernen Broker bieten kostenlose ETF-Sparpläne ab 1€ Mindestrate. Bei 200€ monatlicher Sparrate summieren sich selbst 1,5% Gebühren auf 36€ pro Jahr.
Produktangebot
Nicht jeder Broker bietet alle Anlageklassen an. Neo-Broker fokussieren sich meist auf Aktien, ETFs und teilweise Kryptowährungen. Online-Broker bieten zusätzlich Anleihen, Fonds und Zertifikate. Profi-Broker wie CapTrader oder LYNX ermöglichen auch den Handel mit Optionen, Futures und CFDs. Überlegen Sie vorab, welche Produkte Sie heute und in Zukunft handeln möchten.
Handelsplätze und Börsen
Die Anzahl der verfügbaren Handelsplätze beeinflusst die Preisqualität Ihrer Orders. Neo-Broker wie Trade Republic bieten meist nur einen Handelsplatz (z.B. LS Exchange), während klassische Online-Broker Zugang zu allen deutschen Börsen (Xetra, Frankfurt, Stuttgart, Tradegate) sowie internationalen Märkten (NYSE, NASDAQ) ermöglichen. Bei größeren Orders (über 5.000€) kann die Wahl des Handelsplatzes durch bessere Spreads schnell 10-50€ ausmachen.
Benutzerfreundlichkeit und Apps
Die Benutzeroberfläche sollte intuitiv und zu Ihrem Erfahrungslevel passen. Einsteiger profitieren von einfachen Apps wie Trade Republic, die den Fokus auf wenige Funktionen legen. Erfahrene Trader benötigen professionelle Charting-Tools, verschiedene Ordertypen (Limit, Stop-Loss, Trailing-Stop) und Echtzeitkurse. Viele Broker bieten kostenlose Demo-Konten an – nutzen Sie diese vor der Kontoeröffnung!
Kundenservice und Support
Bei Problemen ist guter Kundenservice Gold wert. Neo-Broker bieten meist nur E-Mail- oder Chat-Support, während klassische Broker telefonische Hotlines haben. Prüfen Sie die Support-Zeiten und lesen Sie Erfahrungsberichte zur Reaktionsgeschwindigkeit. Besonders bei Depotüberträgen oder Steuerfragen ist schneller Support wichtig.
Depot eröffnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Eröffnung eines Depots ist heute vollständig digital möglich und dauert in der Regel nur 10-15 Minuten. Hier ist der typische Ablauf:
- Broker auswählen: Vergleichen Sie Kosten, Produktangebot und Benutzerfreundlichkeit
- Online-Antrag ausfüllen: Persönliche Daten, Steuer-ID und Beruf angeben
- Identitätsprüfung: Per VideoIdent (wenige Minuten) oder PostIdent (1-2 Tage)
- Depot wird freigeschaltet: Meist innerhalb von 1-2 Werktagen
- Geld einzahlen: Verrechnungskonto per Überweisung aufladen
Welche Dokumente benötige ich?
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass
- Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID)
- IBAN für das Referenzkonto
Depotübertrag: So geht's
Ein Depotübertrag von einem Broker zum anderen ist kostenlos und dauert 1-4 Wochen. Der neue Broker übernimmt den Prozess für Sie. Nach einem BGH-Urteil dürfen Broker für den Übertrag keine Gebühren mehr erheben – nutzen Sie das! Ein Wechsel ist besonders sinnvoll, wenn Sie bei einem teuren Anbieter sind oder bessere Konditionen möchten.
Checkliste: Broker-Wechsel in 8 Schritten
Neuen Broker auswählen
Vergleichen Sie Gebühren, Produktangebot und Benutzerfreundlichkeit
Depot bei neuem Broker eröffnen
Online-Antrag + VideoIdent, dauert ca. 10-15 Minuten
Depotauszug vom alten Broker anfordern
ISIN, Anzahl und Einstandskurse aller Wertpapiere
Übertragungsauftrag beim neuen Broker stellen
Die meisten Broker bieten Online-Formulare an
Laufende Sparpläne anpassen
Alte Sparpläne beenden, neue beim neuen Broker anlegen
Freistellungsauftrag übertragen
Beim alten Broker kündigen, beim neuen einrichten
Übertrag abwarten (1-4 Wochen)
Während dieser Zeit nicht handelbar, also Geduld!
Einstandskurse prüfen
Wichtig für die Steuerberechnung – ggf. korrigieren lassen
Tipp: Teilübertrag möglich
Sie müssen nicht alle Wertpapiere übertragen! Ein Teilübertrag ist möglich. Sinnvoll, wenn Sie z.B. exotische Wertpapiere behalten möchten, die der neue Broker nicht führt.
Steuern und Depot: Was Sie wissen müssen
Gewinne aus Wertpapiergeschäften unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer von 25% plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Das ergibt einen Gesamtsteuersatz von etwa 26,4% bis 28%. Für Anleger ist es wichtig, die verschiedenen Steuerarten zu verstehen und optimal zu nutzen.
Freistellungsauftrag nutzen
Jeder Anleger hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000€ pro Jahr (2.000€ für Ehepaare). Bis zu diesem Betrag bleiben Kapitalerträge steuerfrei. Richten Sie unbedingt einen Freistellungsauftrag bei Ihrem Broker ein! Bei mehreren Depots können Sie den Freibetrag aufteilen – insgesamt darf er aber nicht überschritten werden.
Die Vorabpauschale bei ETFs
Seit 2018 werden thesaurierende ETFs jährlich mit der Vorabpauschale besteuert. Diese basiert auf dem Basiszins der Bundesbank und dem Fondswert am Jahresanfang. Die Vorabpauschale kann 0€ betragen (wie 2021-2022) oder mehrere Hundert Euro bei großen Depots (wie 2024-2025 bei hohem Basiszins). Der Broker zieht die Steuer automatisch vom Verrechnungskonto ab – achten Sie darauf, genug Guthaben zu haben!
Quellensteuer bei ausländischen Dividenden
Bei Dividenden aus dem Ausland fällt oft Quellensteuer im Ursprungsland an. USA erheben z.B. 15% (mit Doppelbesteuerungsabkommen). Diese wird teilweise auf die deutsche Steuer angerechnet. Deutsche Broker übernehmen die Anrechnung automatisch, bei komplexen Fällen (z.B. Schweiz, Frankreich) müssen Sie die Erstattung selbst beantragen.
Verlustverrechnung nutzen
Verluste können mit Gewinnen verrechnet werden und reduzieren so Ihre Steuerlast. Wichtig: Aktienverluste können nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden, andere Verluste (ETFs, Fonds) dagegen mit allen Kapitalerträgen. Nicht verrechnete Verluste werden automatisch ins nächste Jahr vorgetragen.
Steuer-Tipp: Optimale Nutzung des Freibetrags
Verkaufen Sie am Jahresende gewinnbringende ETF-Anteile und kaufen Sie sie sofort wieder – so realisieren Sie Gewinne innerhalb des Freibetrags und "nullen" die Steueruhr. Das nennt sich "Gewinnmitnahme" und ist völlig legal.
Automatischer Steuerabzug
Deutsche Broker führen die Steuern automatisch an das Finanzamt ab. Sie müssen sich um nichts kümmern. Am Jahresende erhalten Sie eine Steuerbescheinigung für Ihre Steuererklärung. Diese können Sie in der Anlage KAP Ihrer Steuererklärung angeben, falls Sie Günstigerprüfung beantragen oder überzahlte Steuern zurückfordern möchten.
Weitere Finanzthemen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für Einsteiger empfehlen wir Trade Republic oder Scalable Capital. Beide bieten kostenlose Depots, intuitive Apps und günstige Sparpläne ab 1€.
Sehr sicher. Wertpapiere sind Sondervermögen und gehören immer Ihnen, auch bei einer Insolvenz des Brokers. Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000€ geschützt.
Ja, Sie können beliebig viele Depots bei verschiedenen Brokern führen. Viele Anleger nutzen z.B. Trade Republic für Sparpläne und CapTrader für Optionshandel.
Ein Depotübertrag ist in Deutschland kostenlos. Der neue Broker übernimmt den Prozess für Sie. Der Übertrag dauert je nach Broker 1-4 Wochen.
Für Anfänger sind ETF-Sparpläne die bessere Wahl. Sie bieten automatische Diversifikation über hunderte Unternehmen und reduzieren das Risiko.
Deutsche Broker führen die Abgeltungssteuer (ca. 26,4%) automatisch ab, wenn Sie Gewinne realisieren oder Dividenden erhalten. Nutzen Sie Ihren Freistellungsauftrag (1.000€/Jahr), um Steuern zu sparen.
Die meisten Neo-Broker wie Trade Republic und Scalable Capital haben keine Mindesteinlage. Bei Profi-Brokern wie CapTrader oder LYNX beträgt die Mindesteinlage oft 2.000-4.000€. Informieren Sie sich vor der Kontoeröffnung über die jeweiligen Bedingungen.
Seit der Zinswende bieten viele Broker wieder positive Zinsen auf das Verrechnungskonto. Trade Republic zahlt beispielsweise 2% p.a. auf Guthaben (Stand 2026). Scalable Prime+ bietet sogar 2,3%. Negativzinsen sind bei den meisten Brokern Geschichte.
Dividenden werden automatisch auf Ihr Verrechnungskonto gutgeschrieben. Bei deutschen Aktien erfolgt dies meist innerhalb von 1-2 Tagen nach dem Zahltag, bei ausländischen Aktien kann es 2-4 Wochen dauern. Der Broker behält automatisch die Abgeltungssteuer ein.
Beide sind exzellente Neo-Broker. Trade Republic ist einfacher und bietet 1€-Flatrate pro Order. Scalable Capital bietet mit Prime (2,99€/Monat) unlimitierte Trades – besser für Vieltrader. Für Einsteiger mit max. 2-3 Trades/Monat ist Trade Republic günstiger, für aktive Trader eher Scalable Prime.
Über diesen Ratgeber
Redaktion kosten.org · Aktualisiert: Januar 2026
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