Was ist eine Mietkautionsversicherung?
Eine Mietkautionsversicherung (auch Mietkautionsbürgschaft genannt) ist eine clevere Alternative zur klassischen Barkaution. Anstatt mehrere Monatsmieten auf einem Kautionskonto zu parken, zahlen Sie eine jährliche Gebühr und erhalten dafür eine Bürgschaftsurkunde für Ihren Vermieter.
Das Prinzip ist einfach: Ein Versicherer bürgt für Sie gegenüber dem Vermieter. Im Schadensfall zahlt die Versicherung zunächst an den Vermieter – Sie müssen den Betrag dann an den Versicherer zurückzahlen. So bleibt Ihr Geld auf dem Konto und Sie bleiben finanziell flexibel.
Ohne Bürgschaft
2.250€ Kaution auf dem Konto des Vermieters blockiert – kein Zugriff während der Mietzeit.
Mit Bürgschaft
~95€/Jahr zahlen, 2.250€ bleiben auf Ihrem Konto verfügbar – für Möbel, Notfälle oder Investments.
Beispielrechnung
Bei einer Kaltmiete von 750€ beträgt die Kaution nach § 551 BGB maximal 2.250€ (drei Nettokaltmieten, Nebenkosten zählen nicht mit). Eine Mietkautionsbürgschaft kostet dafür bei 4,2–4,7 % rund 95–106€ pro Jahr – abhängig vom Anbieter. Bei 3 Jahren Mietdauer haben Sie die Kaution also für rund 280–320€ "gemietet".
Vorteile der Mietkautionsbürgschaft
Liquidität erhalten
Ihr Geld bleibt auf dem Konto – nutzen Sie es für Möbel, Umzug oder als Notgroschen.
Schneller Abschluss
Online in wenigen Minuten – die digitale Bürgschaftsurkunde erhalten Sie sofort per E-Mail.
Rechtlich anerkannt
Die Bürgschaft ist eine anerkannte Mietsicherheit; die Obergrenze von drei Nettokaltmieten aus § 551 BGB gilt auch für sie.
Flexibel kündbar
Bei den meisten Anbietern jederzeit zum Mietende kündbar – keine langen Bindungen.
Kosten berechnen: So viel zahlen Sie wirklich
Die jährlichen Kosten liegen bei den verglichenen Anbietern zwischen 4,2 % und 4,7 % der Kautionssumme (Stand Oktober 2026). Bei einer Kaution von 900€ zahlen Sie also rund 38€ bis 42€ pro Jahr – das sind etwa 3,15–3,55€ monatlich. Bei kleinen Kautionen können Mindestbeiträge (z. B. 25 €/Jahr bei der Deutschen Kautionskasse) den Preis erhöhen.
Jahreskosten im Vergleich (bei 900€ Kaution)
Grün = Günstigster | Orange = Mit Anwalts-Erstberatung | kautel: Richtwert, Beitrag individuell
| Kaltmiete | Max. Kaution | Ab Jahreskosten | Ab Monatlich |
|---|---|---|---|
| 200€ | 600€ | ~25€ | ~2,10€ |
| 300€ | 900€ | ~38€ | ~3,15€ |
| 500€ | 1.500€ | ~63€ | ~5,25€ |
| 750€ | 2.250€ | ~95€ | ~7,90€ |
| 1.000€ | 3.000€ | ~126€ | ~10,50€ |
Lohnt sich das?
Bei einer 3-jährigen Mietdauer und 2.250€ Kaution zahlen Sie etwa 285€ an Gebühren. Dafür behalten Sie 2.250€ auf dem Konto. Bei nur 2% Zinsen auf einem Tagesgeldkonto verdienen Sie in 3 Jahren etwa 135€ – die effektiven Kosten sinken auf ~150€. Für die Flexibilität und Liquidität ist das oft ein fairer Preis.
Die Top-Anbieter im Detail
DepositDirect – Niedrigster Satz im Vergleich
DepositDirect hat mit 4,2% der Kautionssumme pro Jahr den niedrigsten Satz im Vergleich – bei 1.500€ Kaution sind das laut Anbieter 5,25€ im Monat. Die Abwicklung erfolgt komplett digital mit Online-Sofortzusage, die Bestätigung liegt laut DepositDirect innerhalb von fünf Minuten vor.
heysafe – Digital und sofort aktiv
heysafe verlangt 4,3% der Kautionssumme pro Jahr, laut Anbieter ab 3,25€ im Monat. Die Bürgschaft ist sofort nach Abschluss aktiv und wird als PDF ausgestellt; der Vermieter kann ihre Echtheit online prüfen.
kautionsfrei.de – Mit Anwalts-Erstberatung
kautionsfrei.de verlangt 4,7% der Kautionssumme pro Jahr; Bürge ist die R+V. Fordert der Vermieter Geld aus der Bürgschaft, prüft die R+V den Anspruch zunächst. Im Rahmen einer befristeten Aktion gibt es nach Abschluss einen Gutschein für eine telefonische Erstberatung durch einen Anwalt, etwa zur Kautionsrückforderung oder Nebenkostenabrechnung.
Baloise, Deutsche Kautionskasse & kautel
Die Baloise (heute Helvetia Baloise Gruppe) verlangt 4,3% pro Jahr, mindestens 39€. Besonderheit: Fordert der Vermieter die Kaution an, haben Sie vier Wochen Zeit für einen Einspruch. Die Deutsche Kautionskasse (Moneyfix® Mietkaution) ist seit 2008 auf Mietkautionsbürgschaften spezialisiert, arbeitet als Assekuradeur u. a. mit Allianz und ERGO zusammen und verlangt 4,4% pro Jahr, mindestens 25€. Die Bürgschaft läuft ohne festes Ende, bis die Originalurkunde zurückgegeben wird. kautel vermittelt Bürgschaften u. a. der R+V; einen festen Prozentsatz veröffentlicht kautel nicht, der Beitrag wird im Online-Rechner individuell ermittelt und kann monatlich bis jährlich gezahlt werden.
Akzeptieren Vermieter die Bürgschaft?
Grundsätzlich ja – die Mietkautionsbürgschaft ist eine rechtlich anerkannte Mietsicherheit im Sinne von § 551 BGB. Welche Form der Sicherheit geschuldet ist, regelt aber der Mietvertrag: Steht dort eine Barkaution, muss der Vermieter eine Bürgschaft nicht akzeptieren.
Unser Tipp: Sprechen Sie vor dem Abschluss mit Ihrem Vermieter und erklären Sie die Vorteile. Viele private Vermieter kennen die Bürgschaft noch nicht, sind aber offen dafür, wenn Sie die Funktionsweise erklären.
Wichtig für Vermieter
Die Anbieter stellen in der Regel eine selbstschuldnerische Bürgschaft aus: Der Vermieter kann sich bei berechtigten Forderungen direkt an den Versicherer wenden, ohne vorher gegen den Mieter vorgehen zu müssen, und hat keinen Verwaltungsaufwand mit einem Kautionskonto. Klären Sie die Akzeptanz trotzdem vorab – eine allgemeingültige Akzeptanzquote gibt es nicht.
So funktioniert der Abschluss
Vergleichen Sie die Anbieter oben und wählen Sie den passenden.
Füllen Sie den Antrag aus – meist nur Name, Adresse und Kautionshöhe.
Der Anbieter prüft Ihre Bonität (Schufa) – dauert wenige Sekunden.
Nach Zahlung erhalten Sie die digitale Bürgschaftsurkunde sofort per E-Mail.
Drucken Sie die Urkunde aus oder leiten Sie das PDF weiter.
Alternativen zur Mietkautionsbürgschaft
Neben der Bürgschaft gibt es weitere Möglichkeiten, die Mietkaution zu leisten:
- Barkaution: Die klassische Variante – Sie überweisen die Kaution an den Vermieter. Nach § 551 BGB dürfen Sie eine Geldkaution in drei gleichen Monatsraten zahlen; die erste ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die beiden weiteren mit den folgenden Mieten. Der Vermieter muss das Geld getrennt von seinem Vermögen bei einer Bank anlegen, die Zinsen stehen Ihnen zu. Nachteil: Das Geld ist während der Mietzeit gebunden.
- Kautionssparbuch / Mietkautionskonto: Ein Sparkonto auf Ihren Namen, das an den Vermieter verpfändet wird. Zinsen (wenn vorhanden) gehören Ihnen. Nicht jede Bank bietet solche Konten an – fragen Sie bei Ihrer Hausbank nach.
- Bankbürgschaft: Ihre Bank bürgt für Sie – meist teurer und nur für sehr gute Kunden verfügbar.
Letzte Aktualisierung: Oktober 2026 | Quellen: Anbieter-Websites (depositdirect.net, heysafe.de, kautionsfrei.de, kautionskasse.de, kautel.de), § 551 BGB