Was ist Festgeld? Definition und Funktionsweise
Festgeld (auch Termineinlage, Termingeld oder Festzinsanlage genannt) ist eine der sichersten Formen der Geldanlage in Deutschland und Europa. Bei einem Festgeldkonto legen Sie einen bestimmten Geldbetrag für eine vorher festgelegte Laufzeit zu einem garantierten Zinssatz an. Während dieser Zeit können Sie nicht auf das Geld zugreifen – dafür erhalten Sie einen höheren Zinssatz als beim flexiblen Tagesgeld.
Das Grundprinzip ist einfach: Je länger Sie Ihr Geld binden, desto höhere Zinsen erhalten Sie in der Regel. Typische Laufzeiten reichen von 6 Monaten bis zu 10 Jahren, wobei Laufzeiten zwischen 12 und 36 Monaten am beliebtesten sind. Die Mindestanlagesumme liegt bei den meisten Anbietern zwischen 2.500€ und 10.000€.
Festgeld auf einen Blick
So funktioniert die Festgeldanlage
- Konto eröffnen: Sie wählen einen Anbieter und eröffnen online ein Festgeldkonto. Die Legitimation erfolgt per VideoIdent oder PostIdent.
- Betrag & Laufzeit wählen: Sie entscheiden, wie viel Geld Sie für welchen Zeitraum anlegen möchten.
- Geld überweisen: Nach der Kontoeröffnung überweisen Sie den Anlagebetrag von Ihrem Referenzkonto.
- Zinsen erhalten: Am Ende der Laufzeit erhalten Sie Ihr Kapital plus die erwirtschafteten Zinsen zurück.
Festgeld Zinsvergleich 2026 – Aktuelle Zinsen im Überblick
Die Festgeldzinsen haben sich seit der Zinswende der EZB im Jahr 2022 deutlich erholt. Nach Jahren der Nullzinspolitik bieten Banken wieder attraktive Konditionen für Sparer. Unser aktueller Vergleich zeigt die besten Angebote am Markt.
Aktuelle Festgeldzinsen nach Laufzeit (Januar 2026)
Quelle: kosten.org Festgeldvergleich, Stand Januar 2026. Beste verfügbare Angebote.
Zinsen und Laufzeiten – Was beeinflusst den Festgeldzins?
Die Höhe der Festgeldzinsen wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Der wichtigste Faktor ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), der aktuell bei 3,00% liegt. Steigt der Leitzins, steigen in der Regel auch die Festgeldzinsen.
Weitere Faktoren, die den Zinssatz beeinflussen:
- Laufzeit: Längere Bindung = höherer Zins (meist)
- Anlagebetrag: Manche Banken bieten Staffelzinsen
- Anbieter: Direktbanken und ausländische Banken bieten oft bessere Konditionen
- Marktdynamik: Neukunden-Aktionen und Wettbewerbsdruck
Achtung: Inverse Zinskurve
Aktuell lohnen sich oft mittlere Laufzeiten (24-36 Monate) am meisten. Bei sehr langen Laufzeiten (5+ Jahre) können die Zinsen wieder sinken – man spricht von einer inversen Zinskurve. Prüfen Sie daher immer mehrere Laufzeiten.
Einlagensicherung – So sicher ist Ihr Festgeld
Die Einlagensicherung ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Festgeldanlage. In der gesamten Europäischen Union sind Einlagen bis zu 100.000€ pro Bank und Kunde durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Diese Regelung basiert auf der EU-Richtlinie 2014/49/EU.
Das bedeutet: Selbst wenn eine Bank insolvent wird, ist Ihr Geld bis zur Sicherungsgrenze vollständig geschützt. Die Entschädigung erfolgt innerhalb von 7 Arbeitstagen nach Feststellung des Sicherungsfalls.
EU-Einlagensicherung
Alle EU-Länder bieten denselben Schutz. Einige Anbieter wie die J&T Direktbank nutzen die tschechische Einlagensicherung – diese ist genauso sicher wie die deutsche.
Zusätzliche Sicherungssysteme in Deutschland
Viele deutsche Banken sind zusätzlich Mitglied in freiwilligen Einlagensicherungsfonds. Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) schützt Einlagen teils bis in Millionenhöhe. Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben eigene institutssichernde Systeme.
Die besten Festgeld-Anbieter im Detail
1. J&T Direktbank – Testsieger 2026
Die J&T Direktbank ist die deutsche Niederlassung der tschechischen J&T Banka und bietet aktuell mit Abstand die höchsten Festgeldzinsen am Markt. Mit bis zu 2,60% p.a. bei 36 Monaten Laufzeit führt sie unseren Vergleich an.
- Zinssatz: bis 2,60% p.a. (36 Monate)
- Mindestanlage: 5.000€
- Maximalanlage: 500.000€
- Einlagensicherung: 🇨🇿 Tschechische Einlagensicherung (100.000€)
- Kontoeröffnung: Online per VideoIdent
2. GEFA Bank – Deutsche Sicherheit
Die GEFA Bank gehört zur französischen Groupe BPCE, einer der größten Bankengruppen Europas. Sie bietet attraktive Zinsen bei deutscher Einlagensicherung – ideal für Anleger, die auf maximale Sicherheit setzen.
- Zinssatz: bis 2,56% p.a.
- Produkte: FestGeld und ZinsWachstum (mit Zinseszins)
- Mindestanlage: 10.000€
- Einlagensicherung: 🇩🇪 Deutsche Einlagensicherung
3. CreditPlus Bank – Solide Konditionen
Die CreditPlus Bank ist eine deutsche Vollbank mit Sitz in Stuttgart und gehört zur Crédit Agricole Gruppe. Sie bietet ein übersichtliches Festgeldangebot mit fairen Konditionen.
4. Hanseatic Bank – Hamburger Tradition
Die Hanseatic Bank mit Sitz in Hamburg bietet mit dem SparBrief ein klassisches Festgeldprodukt zu attraktiven Konditionen. Als Tochter der Société Générale profitiert sie von der Stärke einer internationalen Großbank.
Vorteile und Nachteile von Festgeld
Vorteile
- Garantierter, fester Zinssatz
- 100% Einlagensicherung bis 100.000€
- Kein Kursrisiko wie bei Aktien/Fonds
- Planbare Rendite
- Höhere Zinsen als Tagesgeld
- Keine Gebühren bei seriösen Anbietern
Nachteile
- Geld ist während der Laufzeit gebunden
- Vorzeitige Kündigung meist nicht möglich
- Inflationsrisiko bei langen Laufzeiten
- Rendite unter historischem Aktien-Durchschnitt
- Zinsänderungsrisiko (steigende Zinsen = entgangene Rendite)
Praktische Tipps für Ihre Festgeldanlage
7 Expertentipps für maximale Rendite
- Festgeldleiter bauen: Teilen Sie Ihr Kapital auf verschiedene Laufzeiten auf (z.B. 12, 24, 36 Monate). So haben Sie regelmäßig Kapital frei und können auf Zinsänderungen reagieren.
- 100.000€-Grenze beachten: Legen Sie nie mehr als 100.000€ bei einer Bank an. Verteilen Sie größere Beträge auf mehrere Institute.
- Freistellungsauftrag einrichten: Nutzen Sie den Sparerpauschbetrag von 1.000€ (2.000€ für Verheiratete), um Steuern zu sparen.
- Zinsentwicklung beobachten: Bei erwarteten Zinssteigerungen eher kürzere Laufzeiten wählen.
- Automatische Prolongation vermeiden: Viele Banken verlängern automatisch zu schlechteren Konditionen. Rechtzeitig kündigen!
- Direktbanken bevorzugen: Filialbanken bieten meist schlechtere Konditionen als Direktbanken.
- Kontoeröffnung planen: Zwischenzeitlich nicht benötigtes Geld auf Tagesgeld parken, bis die Festgeldanlage aktiv ist.
Festgeld vs. Tagesgeld – Was ist besser?
Die Entscheidung zwischen Festgeld und Tagesgeld hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Hier ein direkter Vergleich:
| Kriterium | Festgeld | Tagesgeld |
|---|---|---|
| Zinssatz | bis 2,60% p.a. | bis 2,00% p.a. |
| Verfügbarkeit | nach Laufzeitende | jederzeit |
| Zinssicherheit | garantiert | variabel |
| Einlagensicherung | 100.000€ | 100.000€ |
| Geeignet für | geplante Ausgaben | Notgroschen |
Unsere Empfehlung: Kombinieren Sie beide Anlageformen. Halten Sie 3-6 Monatsgehälter als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto und legen Sie darüber hinausgehendes Kapital in Festgeld an.
Häufige Fragen zum Festgeld (FAQ)
In der Regel ist eine vorzeitige Kündigung nicht möglich. Festgeld ist per Definition für die vereinbarte Laufzeit gebunden. In Härtefällen (z.B. Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit) gewähren einige Banken Ausnahmen, jedoch meist unter Verlust der Zinsen. Prüfen Sie vor Abschluss, welche Regelungen der Anbieter für Sonderfälle vorsieht.
Ja, Zinserträge aus Festgeld unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5% der Steuer) und ggf. Kirchensteuer. Der Gesamtsteuersatz beträgt ca. 26,4-28%. Mit einem Freistellungsauftrag können Sie den Sparerpauschbetrag von 1.000€ (2.000€ für Ehepaare) nutzen und Zinsen bis zu dieser Grenze steuerfrei erhalten.
Nach Laufzeitende wird das Festgeld inkl. Zinsen automatisch auf Ihr Referenzkonto überwiesen. Achtung: Viele Banken bieten eine automatische Prolongation an – dabei wird das Geld automatisch zu aktuellen (oft schlechteren) Konditionen wieder angelegt. Prüfen Sie die Vertragsbedingungen und widersprechen Sie rechtzeitig, wenn Sie das Geld anderweitig anlegen möchten.
Fest bei Banken aus dem EU-Raum angelegtes Geld ist genauso sicher wie bei deutschen Banken. Die EU-Einlagensicherungsrichtlinie gilt in allen Mitgliedsstaaten und schützt Einlagen bis 100.000€. Banken aus Tschechien, Frankreich oder den Niederlanden unterliegen denselben Standards. Außerhalb der EU (z.B. Schweiz) gelten andere Regeln – informieren Sie sich hier besonders gründlich.
Die optimale Laufzeit hängt von Ihren persönlichen Umständen ab. Aktuell bieten mittlere Laufzeiten (24-36 Monate) oft das beste Zins-Flexibilitäts-Verhältnis. Bei erwarteten Zinssteigerungen sind kürzere Laufzeiten sinnvoll, bei Zinssenkungserwartungen längere. Eine Festgeldleiter mit gestaffelten Laufzeiten ist für viele Anleger die beste Strategie.
Festgeld eignet sich für Kapital, das Sie mittelfristig nicht benötigen. Als Faustregel: Halten Sie mindestens 3-6 Monatsgehälter als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto. Darüber hinausgehendes Vermögen kann in Festgeld fließen. Beachten Sie die 100.000€-Grenze der Einlagensicherung und verteilen Sie größere Beträge auf mehrere Banken.
Bei den meisten Festgeldangeboten werden die Zinsen am Ende der Laufzeit zusammen mit dem Kapital ausgezahlt. Einige Anbieter wie die GEFA Bank bieten "ZinsWachstum"-Produkte mit jährlicher Zinsgutschrift und Zinseszinseffekt an. Achten Sie auf die Konditionen: Eine jährliche Auszahlung kann bei Wiederanlage eine höhere Gesamtrendite bringen.
Über diesen Ratgeber
Dieser Festgeld-Vergleich wird regelmäßig von unserer Finanzredaktion aktualisiert. Alle Angaben basieren auf den offiziellen Konditionen der Anbieter (Stand: Januar 2026). Wir finanzieren uns über Affiliate-Provisionen, die keinen Einfluss auf unser Ranking haben.