Cannabis Rezept
Kosten 2026
Was kostet ein Cannabis-Rezept online wirklich? Wir haben acht Telemedizin-Anbieter verglichen: Preis pro Rezept, Kosten für Folgerezepte und die Zahl der angebundenen Apotheken. Alle Angaben direkt auf der Anbieterseite geprüft.
Gesetzesänderung in Arbeit: Die Novelle des Medizinal-Cannabisgesetzes
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass eine Erstverschreibung nur noch nach persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt zulässig ist – ein Online-Fragebogen oder eine Videosprechstunde würden dann nicht mehr ausreichen. Auch ein Versandhandelsverbot für Cannabisblüten steht im Raum. Stand 11.09.2026 ist das Gesetz nicht verabschiedet; es liegt im Gesundheitsausschuss des Bundestags. Die hier genannten Angebote und Preise gelten also weiterhin, können sich aber kurzfristig ändern.
Cannabis-Rezept online: 8 Anbieter im Preisvergleich
Sortiert nach der regulären Rezeptgebühr – CanDoc weist nur einen Aktionspreis aus und steht deshalb nicht vorn. Klick auf „Apotheken & Details anzeigen“ für die Liste der angebundenen Apotheken.
Nordleaf
nordleaf.de
Vorteile
- 9,90 € als Paket aus Rezept, Produktreservierung und Lieferung
- Apotheken sind namentlich gelistet – inklusive Abholstandorten
- Rezept laut Anbieter innerhalb von 24 Stunden
- Sitz in Deutschland (MDS Medisync, Hamburg)
Nachteile
- Das reine Online-Rezept ohne Lieferservice kostet mit 19,90 € doppelt so viel
- Mit 9 Apotheken das kleinste Netz im Vergleich
- Keine Erstattung bei Ablehnung ausgewiesen
- Medikamentenkosten kommen in beiden Tarifen obendrauf
Angebundene Apotheken
- Alle Farben Apotheke · Melle – Versand
- Neue Apotheke Wachau · Markkleeberg – Versand
- Apotheke im ZAM · München & Umland – Abholung
- Apotheke West 4 · München & Umland – Abholung
- Bahnhof-Apotheke Puchheim · Puchheim – Abholung
- Weißenburger-Apotheke · München – Abholung
- Sky Kreuzberg · Berlin – Abholung
- Sky Kudamm · Berlin – Abholung
- Sky Wedding · Berlin – Abholung
Quelle: nordleaf.de · geprüft am 11.09.2026
GreenMedical
greenmedical.health
Vorteile
- Mit Abstand das größte Apothekennetz – 571 Häuser sind namentlich mit Adresse gelistet
- „Kein Kostenrisiko bei Ablehnung“: Zahlung erst bei erfolgreicher Therapiezuweisung
- Gleicher Preis für Erst- und Folgerezept, keine Preisstaffel
- Live-Bestand über den Blütenfinder einsehbar, rund 400 Produkte
Nachteile
- Anbieter wirbt mit „+1.000 Apotheken“ – auf der Apothekenseite sind 571 aufgeführt
- Nur 19 davon sind echte Partnerapotheken, der Rest liefert lediglich Bestandsdaten
- Das Kleingedruckte behält sich eine Videosprechstunde vor, „insofern es erforderlich ist“
- Keine Angabe, wie lange die ärztliche Prüfung dauert
Angebundene Apotheken
Das sind die 19 Partnerapotheken. Dazu kommen 491 Apotheken mit Live-Bestand und 61 ohne – zusammen 571 Häuser.
- Grüne Blüte · Markkleeberg
- Asavita · Berlin
- Sky Cannabis Kudamm · Berlin
- Sky Cannabis Kreuzberg · Berlin
- Sky Cannabis Wedding · Berlin
- Sky Cannabis Spandau · Berlin
- Jiroo · Berlin-Tempelhof
- 420brokkoli · Paderborn
- MYCANNABIS (360 Grad Apotheke) · Düsseldorf
- Alle Farben · Melle
- Apotheke LUX 99 · Hürth
- Cannabis Rheinland · Bad Neuenahr
- Cannabis Apotheke Frankfurt · Frankfurt am Main
- Cannabis Taxi · Esslingen
- Bavarian Cannabis · Puchheim-Bahnhof
- Cannabisapo24 · Augsburg
- Allgäu Cannabis · Kempten
- Canthera · Nürnberg
- Canthera Süd · Nürnberg
Quelle: greenmedical.health · geprüft am 11.09.2026
CannaZen
cannazen.de
Vorteile
- Rezept für 9,99 €, Blüten im eigenen Shop ab 3,99 € pro Gramm
- Über 110 Sorten mit Live-Bestand der Apotheken einsehbar
- Nach eigener Angabe rund um die Uhr Ärztinnen und Ärzte erreichbar
- Lieferung binnen 48 Stunden zugesagt
Nachteile
- Nennt keine Zahl und keine Namen der Partnerapotheken
- Keine Erstattung der Gebühr bei Ablehnung ausgewiesen
- Registrierung ist Pflicht, anders als etwa bei CanDoc
- Rezept-Plattform und Shop in einem – die Produktauswahl bleibt entsprechend gelenkt
Angebundene Apotheken
Dieser Anbieter veröffentlicht keine Namensliste seiner Apotheken.
Dr. Ansay
dransay.com
Vorteile
- Rezept laut Anbieter in 5 bis 90 Minuten – der schnellste Wert im Vergleich
- Voller Betrag zurück, wenn die Ärztinnen und Ärzte gegen eine Therapie entscheiden
- Über 450 Apotheken und mehr als 1.700 Blütenprodukte
- Trustpilot 4,8 bei über 1.900 Bewertungen (Stand der Anbieterseite: 15.01.2026)
Nachteile
- Gründer Can Ansay wurde die Werbung für Cannabis-Rezepte per einstweiliger Verfügung untersagt
- Das Geschäftsmodell war Thema kritischer Berichterstattung, u. a. im ZDF
- Die Apothekenübersicht leitet inzwischen auf die Schwestermarke canation.com um
- Apothekenliste lädt nur dynamisch – keine feste, prüfbare Aufstellung
Angebundene Apotheken
Dr. Ansay nennt „über 450 Apotheken“, veröffentlicht aber keine statische Liste: Die Übersicht leitet auf canation.com weiter und lädt die Häuser erst im Browser nach.
Quelle: dransay.com · geprüft am 11.09.2026
DoktorABC
doktorabc.com
Vorteile
- Über 700 angeschlossene Apotheken mit Lagerbeständen in Echtzeit
- Express-Zustellung in zwei Stunden möglich, sonst 1–2 Werktage
- Reiner Online-Fragebogen, kein Videotermin nötig
- Selbstabholung in der Apotheke als Alternative zum Versand
Nachteile
- Nennt keinen Preis für Folgerezepte – Kosten der Dauertherapie bleiben offen
- Keine Erstattung der 14,90 € bei Ablehnung ausgewiesen
- Keine namentliche Apothekenliste veröffentlicht
- Cannabis ist nur eine von vielen Indikationen – kein spezialisierter Anbieter
Angebundene Apotheken
DoktorABC wirbt mit „über 700 angeschlossene Apotheken“ und Echtzeit-Beständen, veröffentlicht aber keine Namensliste.
Quelle: doktorabc.com · geprüft am 11.09.2026
Privatrezept.net
privatrezept.net
Vorteile
- Kaution wird bei Ablehnung automatisch in voller Höhe erstattet
- Rezept meist in Minuten, spätestens nach 24 Stunden
- Trustpilot 4,9 bei über 1.130 Bewertungen – die beste Bewertung im Feld
- Videosprechstunde ist optional zubuchbar, nicht Pflicht
Nachteile
- Die Videosprechstunde kostet mit 29,99 € doppelt so viel wie das Rezept selbst
- Mit „über 100 Partner-Apotheken“ ein eher kleines Netz
- Der beworbene Aktionspreis von 4,20 € gilt nur mit Gutscheincode
- Firmensitz laut Wettbewerbern auf Zypern – deutsches Recht greift nur eingeschränkt
Angebundene Apotheken
Privatrezept.net spricht von „über 100 Partner-Apotheken“, ohne sie einzeln zu benennen.
Quelle: privatrezept.net · geprüft am 11.09.2026
CanDoc
can-doc.de
Vorteile
- Wirbt mit „ab 0 €“ und ohne Registrierung
- Alle drei Partnerapotheken sind namentlich benannt
- Bei Grünhorn und Alle Farben lassen sich Rezeptgebühr und Cannabis zusammen bezahlen
- Bis zu sechs Wunschsorten pro Rezept auswählbar
Nachteile
- Nur drei Partnerapotheken – die freie Apothekenwahl ist faktisch stark begrenzt
- „Ab 0 €“ ist ein Aktionspreis, den regulären Preis nennt die Startseite nicht
- Kein Preis für Folgerezepte ausgewiesen
- Firmensitz laut Wettbewerbern in Irland
Angebundene Apotheken
- Grünhorn · Leipzig
- Alle Farben Apotheke · Melle
- City Apotheke Berlin · Berlin
Quelle: can-doc.de · geprüft am 11.09.2026
Bloomwell
bloomwell.de
Vorteile
- Echtes Arztgespräch per Video oder in der Praxis statt reinem Fragebogen
- Über 800 Produkte ab 2,99 € pro Gramm
- Eigene App für Rezeptverwaltung und Folgeverordnungen
- Folgeleistungen sind laut Anbieter bei privaten Kassen erstattungsfähig
- Nach der Fusion von Algea Care und Grüne Brise der größte Anbieter dieser Art
Nachteile
- Mit Abstand am teuersten: 25,22 € für die Rezeptanfrage, 53,54 € fürs Online-Erstgespräch, 71,08 € in der Praxis
- Auch das Folgerezept kostet 28,25 € – bei GreenMedical sind es 9,95 €
- Bei der Gratis-Rezeptanfrage gilt ausdrücklich: „Eine Erstattung ist ausgeschlossen“
- Die Produktauswahl ist in der Gratis-Variante eingeschränkt
- Nennt weder Zahl noch Namen der Apotheken
Angebundene Apotheken
Bloomwell macht auf der Kostenseite keine Angabe zu angebundenen Apotheken, sondern nur zum Sortiment (über 800 Produkte ab 2,99 €).
Quelle: bloomwell.de · geprüft am 11.09.2026
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Rezeptgebühr im direkten Vergleich
Nur die ärztliche Leistung – ohne Medikament und Versand.
Was ein Cannabis-Rezept wirklich kostet
Die Rezeptgebühr ist der kleinste Posten. Wer online ein Cannabis-Rezept anfragt, zahlt am Ende drei Dinge: die ärztliche Leistung (9,90 € bis 53,54 €), das Medikament selbst und meist den Versand. Bei einer typischen Monatsmenge von 30 Gramm zu 8 € liegen die Blüten bei 240 € – die 5 € Preisunterschied beim Rezept fallen daneben kaum ins Gewicht.
Deshalb ist die Zahl der angebundenen Apotheken die wichtigere Kennzahl. Den Grammpreis legt nämlich die Apotheke fest, nicht die Rezeptplattform. Wer wie bei DoktorABC aus 700 Häusern wählen kann, findet seine Sorte eher und kann Preise gegeneinander stellen. Bei CanDoc mit drei Partnerapotheken zahlst du, was dort im Regal liegt.
Achte auf das Folgerezept
Eine Cannabis-Therapie ist selten eine einmalige Sache. Genau hier trennt sich das Feld: GreenMedical und Dr. Ansay verlangen für das Folgerezept denselben Preis wie fürs erste. Bloomwell nimmt 28,25 € pro Folgerezept ohne Termin – über zwölf Monate sind das rund 339 € allein an Arztkosten, gegenüber etwa 119 € bei GreenMedical. DoktorABC nennt gar keinen Folgepreis.
Geld zurück bei Ablehnung
Nicht jede Anfrage führt zu einem Rezept. Drei Anbieter sichern das ausdrücklich ab: Dr. Ansay erstattet den vollen Betrag, GreenMedical wirbt mit „Kein Kostenrisiko bei Ablehnung“, Privatrezept.net zahlt die Kaution automatisch zurück. Bloomwell schließt eine Erstattung bei der kostenlosen Rezeptanfrage dagegen ausdrücklich aus. Bei DoktorABC, CannaZen und Nordleaf steht dazu nichts auf der Seite – im Zweifel vorher nachfragen.
Fragebogen oder Arztgespräch?
Sieben der acht Anbieter arbeiten mit einem Online-Fragebogen, den eine Ärztin oder ein Arzt prüft. Nur Bloomwell verlangt ein echtes Erstgespräch – das kostet mehr, ist aber genau das Modell, das die geplante Gesetzesnovelle künftig zur Pflicht machen würde. Wer eine langfristige Therapie plant, sollte das mit einkalkulieren.
Häufige Fragen zu Cannabis-Rezept-Kosten
Die reine Rezeptgebühr liegt bei den geprüften Anbietern regulär zwischen 9,90 € und 25,22 €. Günstig sind Nordleaf, GreenMedical und CannaZen mit rund 10 €, am oberen Ende steht Bloomwell mit 25,22 € für die Rezeptanfrage und 53,54 € für ein Online-Erstgespräch. CanDoc wirbt zusätzlich mit einer Aktion „ab 0 €“, nennt den Normalpreis aber nicht. Achtung: Das ist nur die ärztliche Leistung. Die Blüten selbst kosten je nach Sorte ab etwa 4 bis 9 € pro Gramm und kommen obendrauf, ebenso oft der Versand.
Nicht überall. Ausdrücklich zugesagt haben es GreenMedical, Dr. Ansay, Privatrezept.net. Dr. Ansay erstattet den vollen Betrag, GreenMedical wirbt mit „Kein Kostenrisiko bei Ablehnung“, Privatrezept.net zahlt die Kaution automatisch in voller Höhe zurück. Bloomwell schließt bei der kostenlosen Rezeptanfrage eine Erstattung dagegen ausdrücklich aus. Bei DoktorABC, CannaZen und Nordleaf findet sich auf der Anbieterseite keine Aussage dazu.
Die Spanne ist enorm: CanDoc arbeitet mit drei Partnerapotheken, GreenMedical listet 571 Häuser namentlich mit Adresse. Je größer das Netz, desto eher ist die gewünschte Sorte verfügbar und desto besser lässt sich der Grammpreis vergleichen – denn den legt die Apotheke fest, nicht die Rezeptplattform. Bei nur drei Apotheken zahlst du faktisch, was dort im Regal steht.
Bei keinem der hier verglichenen Telemedizin-Anbieter. Diese Plattformen arbeiten ausschließlich auf Privatrezept, du bist Selbstzahler. Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist nur über eine reguläre Arztpraxis möglich, erfordert einen Antrag vor Therapiebeginn und kommt praktisch nur bei schweren Erkrankungen infrage, wenn andere Therapien ausgeschöpft sind. Bloomwell weist darauf hin, dass Folgeleistungen bei privaten Kassen erstattungsfähig sein können.
Sieben der acht Anbieter arbeiten mit einem reinen Online-Fragebogen, den eine Ärztin oder ein Arzt prüft. Nur Bloomwell setzt auf ein echtes Erstgespräch per Video oder in der Praxis – das erklärt auch den höheren Preis. Privatrezept.net bietet ein Video optional für 29,99 € an. GreenMedical behält sich im Kleingedruckten vor, eine Videosprechstunde zu verlangen, „insofern es erforderlich ist“.
Möglicherweise grundlegend. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass eine Erstverschreibung nur noch nach persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt zulässig ist – ein Fragebogen oder eine Videosprechstunde würde dann nicht mehr genügen. Damit wäre das Geschäftsmodell der reinen Online-Fragebogen-Anbieter hinfällig, und die Preise dürften sich dem Niveau eines Praxistermins annähern. Das Gesetz ist Stand September 2026 noch nicht verabschiedet; aktuell gelten die hier genannten Konditionen.