So funktionieren Kontoprämien
Banken zahlen eine Prämie, weil ein neues Girokonto für sie viel wert ist: Wer sein Gehalt dort empfängt, bleibt oft jahrelang und schließt später eine Kreditkarte, ein Tagesgeldkonto oder einen Kredit ab. Die Prämie ist also Werbegeld – und sie fließt nur, wenn du das Konto so nutzt, wie die Bank es will.
Der Ablauf ist fast immer gleich: Du eröffnest das Konto online (meist mit Video-Ident), erfüllst die Bedingungen innerhalb der Frist, danach schreibt die Bank die Prämie auf dem neuen Konto gut. Verpasst du eine Bedingung, gibt es nichts – eine anteilige Auszahlung ist nicht vorgesehen.
Typische Bedingungen
- Geldeingang: Die häufigste Bedingung. Die Consorsbank verlangt zum Beispiel in drei aufeinanderfolgenden Monaten je 1.500 € von einer anderen Bank, die Berliner Volksbank ab dem 2. Monat fünf Monate lang je 700 €. Tipp: Lässt du dein Gehalt auf das neue Konto überweisen, erfüllst du das automatisch.
- Mindestlaufzeit: Manche Banken behalten die Prämie ein oder fordern sie zurück, wenn du das Konto zu früh kündigst. Bei der norisbank müssen Girokonto und Top-Zinskonto mindestens 12 Monate bestehen bleiben.
- Neukunden-Sperrfrist: Als Neukunde zählt nur, wer eine bestimmte Zeit kein Kunde war – bei der norisbank 12 Monate, bei der Berliner Volksbank 24 Monate.
- Zusatzprodukt oder Einwilligung: Die norisbank zahlt nur, wenn du gleichzeitig ein Tagesgeldkonto eröffnest. Die Consorsbank verlangt die Einwilligung in E-Mail-Werbung.
- Kontowechsel: C24 zahlt die Wechselprämie nur mit dem digitalen CHECK24-Kontoumzug, der das alte Konto schließt.
Rechne außerdem die laufenden Kosten mit: Bei 200 € Prämie und 3,95 € Kontoführung im Monat bleiben nach dem ersten Jahr rund 152,60 €. Deshalb zeigt unsere Liste den Wert „Netto im 1. Jahr“.
Die Prämie ist steuerpflichtig
Eine Prämie für die Kontoeröffnung zählt in der Regel zu den sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG. Die Bank behält keine Steuer ein. Du musst die Prämie selbst in der Steuererklärung angeben (Anlage SO).
Steuerfrei bleibt sie nur, wenn alle solchen Einkünfte im Jahr zusammen unter 256 € liegen. Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Nimmst du zwei Prämien zu je 200 € mit, sind alle 400 € steuerpflichtig – nicht nur der Teil über 256 €. Sonderfälle (etwa eine Prämie, die an ein Tagesgeldkonto gekoppelt ist) können anders zu beurteilen sein. Im Zweifel fragst du eine Steuerberatung.
Prämie trotz negativer Schufa?
Für ein normales Girokonto fragt die Bank bei der SCHUFA an. Mit negativen Einträgen wird der Antrag oft abgelehnt – und damit gibt es auch keine Prämie. Auf ein Basiskonto hat jeder einen gesetzlichen Anspruch, und jedes Girokonto lässt sich in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln. Für diese Konten zahlen viele Banken aber keine Prämie. Die norisbank schreibt zum Beispiel ausdrücklich, dass Girokonto plus, Basis- und Pfändungsschutzkonten von der Prämie ausgeschlossen sind.
Kontowechsel ohne Stress
Banken müssen dich beim Wechsel gesetzlich unterstützen: Hast du es beauftragt, organisiert die neue Bank den Umzug von Daueraufträgen und Lastschriften, und die alte Bank muss die Daten liefern. Viele Banken bieten außerdem einen digitalen Kontowechselservice an. So gehst du am besten vor:
- Neues Konto eröffnen und die Prämienbedingungen prüfen (Frist, Geldeingänge).
- Gehaltskonto beim Arbeitgeber ändern – damit ist die Bedingung zum Geldeingang meist erfüllt.
- Daueraufträge und Lastschriften umziehen (Wechselservice oder von Hand).
- Das alte Konto noch ein paar Wochen als Puffer behalten und dann kündigen – außer die Prämie verlangt die Schließung des alten Kontos (C24).
Speichere die Prämienbedingungen als Screenshot oder PDF. Kommt die Prämie nicht, hast du damit einen Nachweis.
Häufige Fragen zur Kontoprämie
Welches Girokonto hat aktuell die höchste Prämie?
Laut aktuellem Feed (Stand 8.11.2026) liegt die höchste Prämie bei 200 €: norisbank, Consorsbank, Berliner Volksbank. Entscheidend sind aber die Bedingungen – sie stehen in der Liste direkt bei jedem Konto.
Ist die Prämie für ein Girokonto steuerpflichtig?
In der Regel ja. Eine Prämie für die Kontoeröffnung zählt meist zu den sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG. Steuerfrei bleibt sie nur, wenn alle solchen Einkünfte im Jahr zusammen unter 256 € liegen. Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Ab 256 € ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Im Zweifel fragst du eine Steuerberatung.
Gibt es eine Kontoprämie trotz negativer Schufa?
Selten. Für ein normales Girokonto fragt die Bank bei der SCHUFA an. Für Basiskonten und Pfändungsschutzkonten (P-Konto) zahlen viele Banken keine Prämie. Die norisbank schließt zum Beispiel ausdrücklich Girokonto plus, Basis- und P-Konten von der Prämie aus.
Wann wird die Kontoprämie ausgezahlt?
Erst wenn alle Bedingungen erfüllt sind, also zum Beispiel nach den geforderten Geldeingängen in mehreren Monaten. Die norisbank schreibt die Prämie nach eigener Angabe spätestens vier Wochen nach der Kontoeröffnung gut. Banken, die Geldeingänge verlangen, zahlen später.
Kann ich mehrere Kontoprämien nacheinander mitnehmen?
Ja, aber jede Bank zahlt nur an Neukunden. Meist gilt eine Sperrfrist: Bei der norisbank darfst du in den letzten 12 Monaten kein Kunde gewesen sein, bei der Berliner Volksbank in den letzten 24 Monaten. Manche Banken verlangen außerdem eine Mindestlaufzeit (norisbank: 12 Monate).
Muss ich mein altes Konto kündigen?
Meistens nicht. Eine Ausnahme ist die C24 Bank: Ihre Wechselprämie gibt es nur, wenn das alte Konto innerhalb von 90 Tagen über den digitalen CHECK24-Kontoumzug automatisch geschlossen wird.