Was kosten Infrarotheizungen und die monatlichen Kosten?

von Redaktion
Was kosten Infrarotheizungen und die monatlichen Kosten?

Infrarotheizungen werden als moderne, effiziente und optisch ansprechende Heizalternative immer beliebter. Im Gegensatz zu herkömmlichen Konvektionsheizungen, die primär die Raumluft erwärmen, nutzen Infrarotpaneele Strahlungswärme. Diese erwärmt direkt die Wände, Decken, Möbel und natürlich die Personen im Raum. Das Prinzip ähnelt den wärmenden Sonnenstrahlen an einem kalten Wintertag. Doch trotz all dieser Vorteile bleibt die wichtigste Frage für Verbraucher: Was kosten die Anschaffung wirklich, und wie hoch fallen die monatlichen Betriebskosten aus?

In diesem detaillierten Ratgeber schlüsseln wir alle Kostenpunkte transparent auf, zeigen Beispielrechnungen für unterschiedliche Wohnsituationen und klären, wann eine solche Heizung wirtschaftlich sinnvoll ist.

1. Anschaffungskosten einer Infrarotheizung

Einer der größten Pluspunkte von Infrarotheizungen sind die vergleichsweise geringen initialen Kosten. Während für eine klassische Gas- oder Ölheizung (oder gar eine Wärmepumpe) schnell Beträge im fünfstelligen Bereich fällig werden, lässt sich ein Infrarot-System mit einem deutlich kleineren Budget realisieren.

Die genauen Preise hängen jedoch stark von der Ausführung, der Leistung, dem verwendeten Material und dem Hersteller ab. Hier ein Überblick der gängigsten Modelle:

Standard-Infrarotpaneele (Weiß, Metall oder Pulverbeschichtet)

Dies sind die funktionalen Einstiegsmodelle. Sie sind meist schlicht weiß gehalten und können unauffällig an Wand oder Decke montiert werden.

  • Kosten: zwischen 100 € und 300 € pro Stück (je nach Watt-Leistung).
  • Leistungsspektrum: ca. 300 bis 1.000 Watt.

Bild- oder Glasheizungen

Diese Paneele dienen gleichzeitig als dekoratives Element. Sie können mit individuellen Motiven bedruckt werden, oft hinter einer edlen Glasschicht.

  • Kosten: zwischen 300 € und 600 €.
  • Besonderheit: Ideal für Wohnzimmer, wo die Heizung wie ein normales Kunstwerk wirken soll.

Spiegelheizungen

Besonders beliebt im Badezimmer. Sie nehmen keinen zusätzlichen Platz an den Wänden weg, beschlagen beim Duschen nicht und strahlen angenehme Wärme ab.

  • Kosten: zwischen 300 € und 550 €.
  • Einsatzbereich: Bäder, Flure, Garderoben.

Natursteinheizungen (Marmor, Granit)

Die Premium-Kategorie. Diese Heizungen bestehen aus massivem Naturstein, was sie nicht nur zu einem absoluten Hingucker macht, sondern auch ihre Wärmespeicherkapazität leicht erhöht.

  • Kosten: ab 600 € bis über 1.200 €.
  • Gewicht: Diese Modelle sind sehr schwer, weshalb auf eine massive Tragwand geachtet werden muss.

Installation und Zubehör

Ein riesiger finanzieller Vorteil: Es müssen keine Rohre verlegt, Schornsteine gereinigt oder Kessel gewartet werden. Die Paneele werden lediglich festgeschraubt und in eine normale Steckdose (oder per Direktanschluss) eingesteckt. Für die Steuerung benötigen Sie noch Thermostate (Steckdosen-, Funk- oder Smart-Home-Thermostate). Diese schlagen mit etwa 30 € bis 120 € pro Raum zu Buche.

Zusammenfassung Erstinvestition:
Für eine durchschnittliche 70-qm-Wohnung sollten Sie – je nach Ausführung – mit Anschaffungskosten zwischen 2.000 € und 4.500 € rechnen (inkl. Thermostate).

2. Die monatlichen Kosten einer Infrarotheizung

Da Infrarotheizungen zu 100 % mit Strom betrieben werden, hängen die laufenden Kosten direkt von Ihrem Stromtarif, der Dauerbetriebszeit pro Tag und der Dämmung Ihres Hauses ab. Um die Wirtschaftlichkeit objektiv bewerten zu können, wenn Sie sich detailliert für die Kosten einer Infrarotheizung interessieren, müssen diese Faktoren genau analysiert werden.

So berechnen Sie den Stromverbrauch

Die mathematische Grundlage ist denkbar einfach: Leistung (in kW) x Heizdauer (in Stunden) = Energieverbrauch (in kWh)

Daraus ergeben sich die Kosten: Energieverbrauch (in kWh) x Strompreis (in €) = Kosten pro Tag

Praxis-Beispielrechnung für einen moderaten Raum (15 qm)

Nehmen wir ein normales Arbeits- oder Schlafzimmer an einem typischen Wintertag.

  • Benötigte Heizleistung: Bei durchschnittlicher Dämmung (z.B. Baujahr 2000) benötigt man ca. 60 Watt pro Quadratmeter. Das macht für 15 qm insgesamt 900 Watt (0,9 kW).
  • Tatsächliche Heizdauer: Eine Infrarotheizung läuft mit Thermostat nicht 24 Stunden durch. Ist die Raumtemperatur erreicht, schaltet sie sich ab. Realistisch sind an kalten Tagen ca. 6 Stunden Aktivitätszeit.
  • Tagesverbrauch: 0,9 kW * 6 h = 5,4 kWh pro Tag.
  • Strompreis: Wir gehen hierbei von einem aktuellen Preis von 0,35 € pro kWh aus.

Rechnung Tageskosten:
5,4 kWh * 0,35 € = 1,89 € pro Tag.

Monatliche Heizkosten (in der absoluten Heizperiode für diesen Raum):
Bei 30 Tagen im Monat liegen die Stromkosten für das Heizen dieses Raumes bei 56,70 €. Beachten Sie, dass diese Summe nur in den kältesten Kern-Wintermonaten (Dezember, Januar, Februar) anfällt. Auf das gesamte Jahr heruntergerechnet, fallen die monatlichen Raten deutlich geringer aus, da die Heizung im Sommer komplett aus bleibt.

💡 Der Kosten.org Tipp: Möchten Sie präzise ausrechnen, wie hoch die Stromrechnung in Ihrer spezifischen Situation ausfällt? Nutzen Sie dazu ganz bequem unseren kostenlosen kWh Rechner. Hier können Sie beliebige Leistungswerte und Ihren persönlichen Strompreis eingeben.

3. Stromkosten senken: Drei entscheidende Hebel

Oft herrscht das Gerücht, das Heizen mit Strom sei generell “zu teuer” und treibe Menschen in die Kostenfalle. Dies muss nicht so sein. Wenn Sie eine Infrarotheizung wirtschaftlich betreiben wollen, haben Sie drei starke Hebel:

A) Haus- und Wärmedämmung

Eine Infrarotheizung entfaltet ihr wahres Potenzial in gut gedämmten Räumen. Während Sie im ungedämmten Altbau (Bedarf ca. 120 Watt/qm) die Heizung nahezu im Dauerbetrieb laufen lassen müssten, benötigen Sie in einem modernen Passivhaus (Bedarf nur ca. 20 bis 40 Watt/qm) kaum noch nennenswert Strom. In schlecht isolierten Häusern raten wir von Infrarot als Primärheizung aus Kostengründen dringend ab.

B) Smarte Thermostat-Steuerung

Wer seine Paneele einfach “an” lässt, verschwendet massiv Energie. Digitale, programmierbare Smart-Home-Thermostate sorgen dafür, dass die Räume nur dann beheizt werden, wenn sie tatsächlich genutzt werden. Das Bad morgens für 2 Stunden, das Wohnzimmer abends. Das Absenken der Temperatur um nur ein Grad kann bis zu 6% Heizenergie sparen!

C) Photovoltaik (Solarstrom)

Die absolute Königsklasse! Wer seine Infrarotheizung mit dem Strom vom eigenen Dach speist, heizt fast kostenlos. Auch wenn in den ganz dunklen Wintermonaten Strom zugekauft werden muss, fallen die monatlichen Kosten im Jahresschnitt massiv ab. Die Kombination aus Solaranlage und elektrischem Heizen gilt als eines der effizientesten und zukunftssichersten Modelle für Eigenheimbesitzer.

4. Für wen lohnt sich die Infrarotheizung? Vor- und Nachteile im Vergleich

Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, haben wir die wichtigsten Argumente für und gegen dieses Heizsystem zusammengefasst.

Vorteile:

  • Niedrige Anschaffungskosten: Extrem günstig im Vergleich zu Wärmepumpen, Gas oder Öl.
  • Wartungsfreiheit: Es gibt keinen Verschleiß, keine Rohre, die lecken können, und keine Wartungsverträge mit dem Schornsteinfeger oder Heizungsmonteur. Das spart jährlich bis zu 300 € an Nebengebühren!
  • Gesundes Raumklima: Da die Raumluft nicht umgewälzt wird, entsteht keine Staubaufwirbelung. Das ist ein Segen für Asthmatiker und Allergiker.
  • Vermeidung von Schimmel: Da die Infrarotstrahlung die Wände erwärmt und dort Feuchtigkeit trocknet, hat Schimmel kaum eine Chance zur Entstehung.
  • Gestaltungsfreiheit: Als Spiegel oder Bild getarnt, integriert sie sich nahtlos ins Raumdesign.

Nachteile:

  • Hohe Verbrauchskosten im Altbau: Strom ist teurer als Gas. Bei schlechter Gebäudedämmung frisst der Verbrauch die gesparten Anschaffungskosten extrem schnell wieder auf.
  • Wärmespeicher: Wird das Paneel abgeschaltet, kühlt der Raum (anders als bei massiven Gussheizkörpern oder Fußbodenheizungen) relativ zügig aus.
  • Warmwasseraufbereitung separat: Eine Infrarotheizung wärmt nur die Umgebung. Für warmes Wasser im Bad oder der Küche benötigen Sie zwingend separate Durchlauferhitzer oder Boiler, was wiederum Strom kostet.

5. Fazit: Ein Rechenspiel mit klaren Regeln

Infrarot-Heizsysteme sind keine magische Lösung für jedes Kostenproblem, aber sie sind eine hervorragende Alternative für genau definierte Einsatzbereiche.

Als Primärheizung: Sehr zu empfehlen in Neubauten, Passivhäusern oder in Kombination mit eigener Photovoltaik. Hier sind die monatlichen Unterhaltskosten verschwindend gering, während Sie sich immense Investitionen ins Leitungs- oder Kesselsystem sparen. In schlecht gedämmten Altbauten raten wir von einer Umrüstung als Hauptheizung jedoch ab.

Als Zusatzheizung: Perfekt! Wer im normal geheizten Haus punktuell Wärme braucht (z.B. am Schreibtisch im Home-Office oder einen kalten Flur), ist mit einem Infrarotpaneel bestens beraten. Es heizt sofort auf Wohlfühltemperatur, genau dort wo, und auch nur dann, wenn es gebraucht wird.

Nehmen Sie den Taschenrechner in die Hand, überschlagen Sie Ihren genauen Quadratmeterbedarf und die Kosten einer Infrarotheizung, vergleichen Sie das mit Ihrem Haus-Baujahr und entscheiden Sie dann rational, ob dieses System Ihre Ansprüche erfüllt. Im Zweifelsfall ist eine vorherige Beratung beim Energieberater vor Ort eine lohnende Investition.

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