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LYNX im Test 2026

Wie gut ist LYNX wirklich?

BaFin-reguliert 48/100 Punkte
kosten.org Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 2026-09-15
48/100
Punkte

LYNX vermittelt als Introducing Broker Wertpapierdepots, die bei Interactive Brokers Ireland (IBIE) geführt werden, und wirbt mit einem Wertpapierdepot ab 0 Euro. Der Zugang reicht über mehr als 100 Börsen in über 30 Ländern, XETRA (IBIS) inklusive. Sparpläne gehören nicht zum Angebot, was sich in dieser Bewertung deutlich niederschlägt.

Die Highlights unseres LYNX Tests

  • 48 von 100 Punkten - Befriedigend (3,6) im Depot-Test
  • Depotführung ohne Grundgebühr, keine monatliche Mindestaktivitätsgebühr
  • XETRA-Order mit 0,14 Prozent, mindestens 5,80 Euro
  • Keine ETF-Sparpläne im Angebot

1 Depotführungsgebühr

20/20
Punkte
LYNX führt das Wertpapierdepot ohne Grundgebühr. Die Startseite wirbt mit dem Slogan Wertpapierdepot ab 0 Euro, das Preis- und Leistungsverzeichnis für die LYNX B.V. Germany Branch (Stand 01.08.2026) weist die monatliche Mindestaktivitätsgebühr für Einzel- und Gemeinschaftskonten mit 0,00 Euro aus. Eine Mindesteinzahlung ist nicht vorgeschrieben; LYNX empfiehlt lediglich 3.000 Euro als sinnvollen Startbetrag. Ein separates Girokonto wird nicht benötigt. Das Verrechnungskonto ist Bestandteil des bei Interactive Brokers Ireland geführten Kontos und kann in mehreren Währungen geführt werden. **Punktevergabe (20/20):** Die Depotführung ist ohne Bedingung kostenlos (15 Punkte), ein zusätzliches Girokonto ist nicht erforderlich (5 Punkte).

2 Handelskosten

5/25
Punkte
Das Preis- und Leistungsverzeichnis führt XETRA (IBIS) mit 0,14 Prozent des Ordervolumens bei einem Minimum von 5,80 Euro und einem Maximum von 99,00 Euro. Die gleichen Sätze gelten für Tradegate und Gettex. An der Frankfurter und der Stuttgarter Börse kommen 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,14 Prozent hinzu. Eine Einmalanlage über 500 Euro in eine deutsche Aktie über XETRA kostet damit 5,80 Euro, weil die Mindestgebühr greift. Deutlich teurer sind ETFs: Hier berechnet LYNX 0,20 Prozent bei einem Minimum von 8,00 Euro je Order, in US-Dollar 0,01 US-Dollar je Anteil bei einem Minimum von 10,00 US-Dollar und maximal 3,00 Prozent. US-Aktien kosten 0,01 US-Dollar je Aktie bei mindestens 5,00 US-Dollar, EUREX-Optionen 2,00 Euro je Kontrakt, der Micro-DAX-Future 0,99 Euro. Für Anlage- und Hebelprodukte des Partners UniCredit entfallen an der gettex bei Ordervolumina zwischen 1.000 und 10.000 Euro die Transaktionskosten. Ein ETF-Sparplan existiert bei LYNX nicht. Weder das Preis- und Leistungsverzeichnis noch die Navigation oder die Website-Suche liefern ein Sparplanangebot; es gibt folglich auch keine Ausführungskosten für eine 400-Euro-Rate zu bewerten. **Punktevergabe (5/25):** Ein ETF-Sparplan wird nicht angeboten (0 von 12 Punkten). Die 500-Euro-Einmalanlage kostet über XETRA 5,80 Euro und fällt in die Stufe bis 7 Euro (2 von 10 Punkten); als ETF-Order wären es sogar mindestens 8,00 Euro. XETRA-Order sind möglich (3 Punkte).

3 Sparplanangebot

0/20
Punkte
LYNX bietet keine Wertpapier- oder ETF-Sparpläne an. Die Suche nach dem Begriff Sparplan auf lynxbroker.de liefert keinen einzigen inhaltlichen Treffer, das Preis- und Leistungsverzeichnis vom 01.08.2026 enthält keine Sparplan-Position, und in der Produktnavigation (Aktien, Optionen, Futures, ETF, Krypto, Forex, Zertifikate, Optionsscheine, CFD) taucht kein Sparplanprodukt auf. Damit sind alle drei Kriterien dieses Kapitels gegenstandslos: Es gibt weder ein sparplanfähiges ETF-Universum noch kostenlose Sparpläne noch eine Mindestsparrate. Anleger, die automatisiert in festen Raten investieren wollen, sind bei LYNX schlicht nicht adressiert; das Angebot richtet sich an selbstentscheidende Anleger, die einzelne Orders platzieren. **Punktevergabe (0/20):** Mangels Sparplanangebot entfallen alle Punkte in diesem Kapitel - Anzahl ETF-Sparpläne (0 von 8), kostenlose ETF-Sparpläne (0 von 7), Mindestsparrate (0 von 5).

4 Produktangebot

14/15
Punkte
Beim Angebotsumfang spielt LYNX in der ersten Liga. Der Anbieter nennt Zugang zu über 100 Börsen in mehr als 30 Ländern und den Handel in über 20 Währungen; auf der Märkte-Seite ist von Millionen handelbaren Produkten die Rede. Der Aktienhandel deckt damit die Schwelle von 7.500 handelbaren Titeln um ein Vielfaches ab. Beim ETF-Angebot gibt LYNX Zugang zu ETFs an über 90 internationalen Börsen an, allein an europäischen Börsen sind über 8.000 ETFs handelbar. Leerverkäufe von ETFs und Optionen auf ETFs sind möglich. Anleihen sind über eine eigene Rubrik im Preis- und Leistungsverzeichnis abgedeckt, Derivate mit Optionen, Futures, Zertifikaten, Optionsscheinen und CFDs breit vertreten. Echte Kryptowährungen gibt es dagegen nicht. Die Krypto-Seite von LYNX beschreibt ausschließlich Krypto-Produkte in Form von Futures und Exchange Traded Products; eine Verwahrung echter Coins findet nicht statt. **Punktevergabe (14/15):** Über 8.000 ETFs allein an europäischen Börsen (6 Punkte) und Aktienzugang an über 100 Börsen weit oberhalb der 7.500er-Schwelle (6 Punkte). Von Krypto, Derivaten und Anleihen sind nur zwei direkt handelbar, Kryptowährungen nur derivativ (2 von 3 Punkten).

5 Zinsen & Extras

2/8
Punkte
Guthabenzinsen zahlt LYNX nach eigener Aussage nicht selbst. Auf der Zinsseite heißt es wörtlich, LYNX sei keine Bank, betreibe kein Einlagengeschäft und zahle daher keine Guthabenzinsen aus. Verzinst wird über Interactive Brokers Ireland, wobei LYNX einen Abschlag von 2 Prozent auf abgewickelte Long-Barsalden erhebt. Die Formel lautet: Guthabenzinsen gleich Minimum aus IBKR-Zinssatz und Maximum aus IBKR-Zinssatz minus LYNX-Abschlag und null. Übersteigt der Abschlag die IBKR-Zinsen, werden gar keine Zinsen gezahlt. Bei einem Nettoliquidationswert unter 100.000 US-Dollar wird der Zins zusätzlich proportional gekürzt, und auf IBIE-Zinsen fallen 20 Prozent irische Quellensteuer an. Der konkrete Euro-Zinssatz wird auf der Seite nur in einem interaktiven Rechner ausgegeben, den ich nicht auslesen konnte; eine belegbare Euro-Zinszahl liegt daher nicht vor. Als Extra bewirbt LYNX zwei Aktionen: Bei Kunden werben Kunden erhalten Werber und Geworbener jeweils bis zu 100 Euro Kommissionserstattung, wobei der Geworbene innerhalb der ersten drei Monate nach der Ersteinzahlung mindestens eine Transaktion durchführen muss. Die Free-Trade-Aktion mit UniCredit erstattet die Transaktionskosten für Anlage- und Hebelprodukte dieses Emittenten, beziffert aber keinen Betrag. Ein frei zugänglicher Neukundenbonus ohne Werbercode existiert nicht. **Punktevergabe (2/8):** Ein belegbarer Euro-Habenzins ist auf der Anbieterseite nicht auslesbar, zudem zahlt LYNX bei niedrigen IBKR-Sätzen wegen des 2-Prozent-Abschlags rechnerisch null (0 von 5 Punkten). Der Neukundenvorteil von bis zu 100 Euro ist eine Kommissionserstattung und setzt eine Werbung durch einen Bestandskunden sowie eine Transaktion voraus, weshalb nur die mittlere Stufe vergeben wird (2 von 3 Punkten).

6 Benutzerfreundlichkeit

3/8
Punkte
LYNX stellt eigene Trading-Apps für iPhone, iPad und Android bereit, dazu den Webtrader LYNX+, das Client Portal und die Trader Workstation. Über die Apps lassen sich Wertpapiere an mehr als 100 Börsen ordern, Charts analysieren und Analystenberichte lesen; ein Demokonto ist auch mobil nutzbar. Eine Sternebewertung aus den App-Stores veröffentlicht LYNX auf den eigenen Seiten nicht, weshalb hier die konservativere Stufe angesetzt wird. Bei den Kursdaten gilt eine Einschränkung: Die Handelsplattformen zeigen laut Marktdatenseite standardmäßig zeitverzögerte Kurse mit einer Verzögerung von in der Regel 15 Minuten. Echtzeitdaten sind über kostenfreie sowie kostenpflichtige Abonnements im Client Portal verfügbar, für ein Abonnement ist ein Mindestdepotwert von 200 US-Dollar erforderlich. Welche Börsenplätze konkret kostenfrei in Echtzeit verfügbar sind, wird nicht ausgewiesen. **Punktevergabe (3/8):** Apps für iOS und Android sind belegt, eine Sternebewertung veröffentlicht der Anbieter nicht (3 von 5 Punkten). Echtzeitkurse sind nicht der Standard und nicht durchgängig kostenlos (0 von 3 Punkten).

7 Kundenservice & Sicherheit

4/4
Punkte
Der Telefon-Support ist ein Pluspunkt. LYNX nennt auf der Kontaktseite die kostenlose Rufnummer 0800 5 969000 sowie +49 30 303 28 66 90. Das Service-Team ist montags bis donnerstags von 8:00 bis 20:00 Uhr und freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar, telefonische Orderunterstützung wird ausdrücklich kostenlos angeboten. Außerhalb dieser Zeiten steht der englischsprachige Interactive-Brokers-Support rund um die Uhr zur Verfügung. Bei der Einlagensicherung sollten Anleger genau hinsehen. Das Preis- und Leistungsverzeichnis gilt für die LYNX B.V. Germany Branch, die Konten werden jedoch bei Interactive Brokers Ireland geführt. Es greift daher das irische Investor Compensation Scheme mit einer Deckung von 90 Prozent und maximal 20.000 Euro - deutlich weniger als die 100.000 Euro der deutschen Einlagensicherung. Zinserträge unterliegen zudem der irischen Quellensteuer von 20 Prozent. **Punktevergabe (4/4):** Ein kostenloser Telefon-Support über eine 0800-Nummer ist belegt, telefonische Orderunterstützung ist ebenfalls kostenfrei (4 Punkte).

Vorteile & Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Wertpapierdepot ohne Grundgebühr und ohne monatliche Mindestaktivitätsgebühr
  • Zugang zu über 100 Börsen in mehr als 30 Ländern, über 8.000 ETFs allein in Europa
  • XETRA, Tradegate und Gettex mit 0,14 Prozent Ordergebühr direkt anbindbar
  • Kostenlose Hotline 0800 5 969000 inklusive kostenfreier telefonischer Orderunterstützung
  • Free-Trade-Aktion mit UniCredit erstattet Transaktionskosten für Anlage- und Hebelprodukte

Nachteile

  • Keine ETF- oder Wertpapiersparpläne im Angebot
  • Mindestordergebühr von 5,80 Euro, bei ETFs sogar 8,00 Euro - für kleine Orders teuer
  • LYNX zahlt selbst keine Guthabenzinsen und zieht 2 Prozent Abschlag von den IBKR-Zinsen ab
  • Einlagensicherung nur über das irische Investor Compensation Scheme mit maximal 20.000 Euro
  • Kurse standardmäßig 15 Minuten verzögert, Echtzeitdaten nur über Abonnements

Fazit: LYNX im Test

48/100
Befriedigend (3,6)

LYNX ist ein durchdachter Broker für aktive Anleger mit großen Ordervolumina, weltweitem Börsenzugang und starkem deutschsprachigem Telefon-Support. Gemessen an einem klassischen Depot-Vergleich fällt das Ergebnis dennoch nur befriedigend aus, weil Sparpläne komplett fehlen, kleine Orders an der Mindestgebühr scheitern und Guthaben faktisch unverzinst bleibt.

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