Digital Divide 2026: Was Familien für digitale Bildung ausgeben müssen

von kosten.org Redaktion
Digital Divide 2026: Was Familien für digitale Bildung ausgeben müssen

Die Digitalisierung der Bildung schreitet voran – doch wer zahlt die Rechnung? In unserer exklusiven kosten.org Studie 2026 haben wir erstmals die tatsächlichen Kosten analysiert, die deutsche Familien für die digitale Bildung ihrer Kinder aufbringen müssen. Das Ergebnis ist alarmierend: Je nach Klassenstufe und Bundesland klaffen die Ausgaben um bis zu 800 Euro pro Jahr auseinander.


Die Kernergebnisse auf einen Blick

Infografik Digital Divide 2026

📊 Jährliche Kosten für digitale Bildung pro Schulkind

🎒 Grundschule (Kl. 1–4)
312 €
pro Jahr
📚 Unterstufe (Kl. 5–7)
589 €
pro Jahr
💻 Mittelstufe (Kl. 8–10)
847 €
pro Jahr
🎓 Oberstufe (Kl. 11–13)
1.124 €
pro Jahr

Quelle: kosten.org Analyse 2026 · Durchschnittswerte inkl. Hardware-Anteil (Abschreibung über 3 Jahre)

Die Unterschiede sind erheblich: Während Grundschüler hauptsächlich kostenlose Apps wie Anton (10 Mio. Nutzer) verwenden, investieren Oberstufenschüler in Premium-Lernplattformen, leistungsfähige Laptops und spezialisierte Software für die Abiturvorbereitung.


Methodik: So haben wir gerechnet

Für unsere Analyse haben wir die typischen Ausgabenposten deutscher Familien in fünf Kategorien erfasst und die Kosten für das Schuljahr 2025/2026 ausgewertet:

  1. Hardware (Tablet/Laptop, anteilige Abschreibung über 3 Jahre)
  2. Lernplattformen (Sofatutor, simpleclub, Learnattack etc.)
  3. Internet-Zuschlag (Mehrbedarf durch Homeschooling/Streaming)
  4. Software & Apps (Office, Cloud-Speicher, Spezialapps)
  5. Nachhilfe online (Live-Tutoring, Hausaufgabenhilfe)

Die Daten basieren auf einer Auswertung der aktuellen Marktpreise (Stand Februar 2026), öffentlich verfügbaren Statistiken des Statistischen Bundesamts sowie den Preisangaben der Anbieter.


Die Kostenaufschlüsselung im Detail

Grundschule (Klasse 1–4): 312 €/Jahr

In der Grundschule sind die digitalen Kosten noch überschaubar – auch weil viele Schulen inzwischen Tablets bereitstellen und kostenlose Apps den Markt dominieren.

KostenpostenMonatlichJährlichAnmerkung
Tablet (Anteil)8,33 €100 €iPad 10. Gen., 3 Jahre Nutzung
Lern-App (Anton Plus)4,17 €50 €Jahresabo 49,99 €
Internet-Zuschlag5,00 €60 €Mehrbedarf geschätzt
Schutzhülle & Zubehör1,67 €20 €Case, Stift
Software6,83 €82 €Kinderschutz, Cloud
Gesamt26,00 €312 €

Spartipp: Die App Anton ist in der Grundversion komplett kostenlos und deckt alle Kernfächer ab. Das reicht für die meisten Grundschüler völlig aus – spare dir die 50 € für Anton Plus, wenn dein Kind nicht den Offline-Modus braucht.


Unterstufe (Klasse 5–7): 589 €/Jahr

Ab der 5. Klasse steigen die Anforderungen spürbar: Erste Referate erfordern einen Laptop, Lernplattformen werden für mehrere Fächer relevant.

KostenpostenMonatlichJährlichAnmerkung
Laptop (Anteil)13,89 €167 €Chromebook 500 €, 3 Jahre
Lernplattform9,99 €120 €simpleclub Jahresabo
Internet-Zuschlag8,00 €96 €Höherer Bedarf
Software & Cloud8,33 €100 €Office 365 Family-Anteil
Online-Nachhilfe8,83 €106 €~4 Sitzungen/Jahr
Gesamt49,04 €589 €

Spartipp: Studyflix bietet über 5.000 Erklärvideos komplett kostenlos – ideal als Ergänzung zum Unterricht, ohne monatliche Gebühren.


Mittelstufe (Klasse 8–10): 847 €/Jahr

Die Mittelstufe ist der Wendepunkt: Komplexere Themen, Prüfungsvorbereitungen und die ersten Facharbeiten treiben die Kosten deutlich nach oben.

KostenpostenMonatlichJährlichAnmerkung
Laptop (Anteil)16,67 €200 €Mittelklasse-Laptop 600 €, 3 Jahre
Lernplattform Premium19,95 €239 €Sofatutor 24-Monats-Abo
Internet-Zuschlag10,00 €120 €Video-Streaming für Lerninhalte
Software & Cloud10,00 €120 €Office, Spezialsoftware
Online-Nachhilfe14,00 €168 €~6 Sitzungen/Jahr
Gesamt70,62 €847 €

Spartipp: Statt des teuren Sofatutor-Monatsabos (39,95 €) lohnt sich das 24-Monats-Abo für 19,95 €/Monat – Ersparnis: 480 € über 2 Jahre.


Oberstufe (Klasse 11–13): 1.124 €/Jahr

Die Abiturvorbereitung ist der kostenintensivste Abschnitt der gesamten Schullaufbahn: Premium-Lernplattformen, leistungsfähige Hardware und intensive Nachhilfe treiben die Ausgaben auf über 1.100 Euro.

KostenpostenMonatlichJährlichAnmerkung
Laptop (Anteil)22,22 €267 €Leistungs-Laptop 800 €, 3 Jahre
Lernplattform Premium23,95 €287 €Sofatutor 12-Monats-Abo
Internet-Zuschlag10,00 €120 €Höchster Bedarf
Software & Spezialprogramme12,50 €150 €Office, GeoGebra, MATLAB-Lizenzen
Online-Nachhilfe intensiv25,00 €300 €10+ Sitzungen/Jahr (Abi-Vorbereitung)
Gesamt93,67 €1.124 €

Spartipp: Viele Universitäten bieten Schülern bereits Zugang zu kostenlosen Software-Lizenzen (z.B. Microsoft Imagine, JetBrains). Informiert euch bei den Hochschulen in eurer Nähe!


Der Bundesland-Vergleich: Wo die digitale Kluft am größten ist

🗺️ Digitale Ausstattung an Schulen nach Bundesland

✅ Gut ausgestattet

  • Bayern – 78% der Schulen mit Tablet-Klassen
  • Hamburg – Kostenlose Tablets für alle Schüler ab Kl. 7
  • Schleswig-Holstein – Digitalpakt-Mittel fast komplett abgerufen
  • Baden-Württemberg – Flächendeckend WLAN an Schulen

❌ Nachholbedarf

  • Sachsen-Anhalt – Nur 34% der Schulen digital ausgestattet
  • Mecklenburg-Vorp. – Hoher Eigenanteil der Familien
  • Brandenburg – Langsamer Internet-Ausbau ländlich
  • Thüringen – Digitalpakt-Mittel nur zu 45% abgerufen

Quelle: Kultusministerkonferenz, Digitalpakt-Monitoring 2025, kosten.org Recherche

Die Konsequenz: In Bundesländern mit schlechter digitaler Ausstattung liegt die finanzielle Last stärker bei den Familien. Ein Schüler in Sachsen-Anhalt muss im Durchschnitt 35% mehr aus eigener Tasche zahlen als ein vergleichbarer Schüler in Hamburg, wo die Stadt Tablets kostenlos stellt.


Lernplattformen im Kostenvergleich

Welche Lernplattform lohnt sich wirklich? Wir haben die fünf größten deutschen Anbieter verglichen:

PlattformPreis/MonatZielgruppeBewertungBesonderheit
Sofatutorab 19,95 €Kl. 1–13⭐ 87/10024/7 Hausaufgabenhilfe
simpleclubab 9,99 €Kl. 7–13, Azubis⭐ 84/100KI-Lernpläne
Anton0 € (Plus: 7,99 €)Kl. 1–10⭐ 82/100Kostenlos + Gamification
Studyflix0 €Oberstufe, Uni⭐ 80/1005.000+ Videos gratis
Learnattackab 9,95 €Kl. 5–13⭐ 76/100Duden-Qualität

💡 Unser Fazit: Für Grundschüler reicht Anton (kostenlos) vollkommen aus. Ab der Mittelstufe lohnt sich simpleclub als günstigste Premium-Option. Nur für intensive Abiturvorbereitung mit Chat-Support ist das teurere Sofatutor gerechtfertigt.


Die versteckten Kosten: Was viele Eltern übersehen

Neben den offensichtlichen Ausgaben für Hardware und Apps gibt es Kosten, die selten auftauchen:

1. Strom & Verschleiß

Ein Laptop verbraucht durchschnittlich 30–50 kWh pro Jahr. Bei aktuellen Strompreisen (ca. 0,35 €/kWh) sind das ~15 € – klingt wenig, summiert sich aber bei mehreren Kindern.

2. Ersatz & Reparaturen

Statistisch müssen 23% aller Schüler-Tablets innerhalb von 3 Jahren ersetzt oder repariert werden – durchschnittliche Kosten: 180 €. Das entspricht weiteren 60 €/Jahr auf die Nutzungsdauer umgelegt.

3. Druckkosten

Trotz aller Digitalisierung: Arbeitsblätter, Lernkarten und Zusammenfassungen werden weiterhin gedruckt. Durchschnittlich fallen 40–80 €/Jahr an Toner und Papier an.

4. Internet-Upgrade

Familien mit mehreren Kindern im Homeschooling-Alter upgraden häufig ihren Internet-Tarif. Die Differenz zwischen einem 50-Mbit- und einem 250-Mbit-Vertrag beträgt durchschnittlich 10–15 €/Monat.


Was muss sich ändern? Forderungen an die Politik

Unsere Studie zeigt deutlich: Digitale Bildung darf kein Luxusgut sein. Doch die Realität sieht anders aus – besonders für einkommensschwache Familien.

Die 5 wichtigsten Forderungen:

  1. Digitales Bildungsgeld: 200 €/Jahr pro Schulkind für digitale Lernmittel – analog zum Schulbedarf-Zuschlag im Bildungspaket.

  2. Kostenlose Basis-Lernplattform: Der Bund sollte eine kostenlose, datenschutzkonforme Lernplattform für alle Schüler finanzieren – wie Frankreich es mit „Ma Classe à la Maison” vormacht.

  3. Digitalpakt 2.0 wirksam umsetzen: Von den 6,5 Milliarden Euro des ersten Digitalpakts wurden bis Ende 2025 nur 68% abgerufen. Die Mittel müssen schneller und unbürokratischer bei den Schulen ankommen.

  4. Hardware-Leihprogramme ausbauen: Hamburgs Modell (kostenlose Tablets ab Klasse 7) sollte bundesweit Standard werden.

  5. Steuerliche Absetzbarkeit: Lernplattform-Abos und digitale Bildungsausgaben sollten als Sonderausgaben steuerlich absetzbar sein.


Fazit: Die digitale Bildungslücke wächst

Die Ergebnisse unserer kosten.org Studie 2026 sind eindeutig: Deutsche Familien geben zwischen 312 € und 1.124 € pro Jahr und Kind für digitale Bildung aus. Die finanzielle Belastung steigt mit jeder Klassenstufe – und trifft einkommensschwache Familien besonders hart.

Während Bundesländer wie Hamburg und Bayern mit staatlich finanzierten Programmen vorangehen, müssen Familien in strukturschwachen Regionen den Großteil der Kosten selbst tragen. Der Digital Divide ist damit nicht nur ein technologisches, sondern vor allem ein soziales Problem.

Es ist Zeit, dass die Politik handelt – damit nicht der Geldbeutel der Eltern darüber entscheidet, ob ein Kind Zugang zu digitaler Bildung hat.


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kosten.org (2026): „Digital Divide 2026 – Was Familien für digitale Bildung ausgeben müssen"
URL: https://kosten.org/blog/digital-divide-2026

Für Presseanfragen: redaktion@kosten.org

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